Ryanair

    Ryanair-Passagier bereitet Millionen-Klage vor

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Griechenland,

    Ljubiša Karović wurde aus dem Fenster eines Ryanair-Fliegers gezogen. Nun bereitet sein Anwalt eine Sammelklage vor.

    ryanair
    Während eines Ryanair-Flugs zerbarst ein Fenster, ein Passagier wurde halb aus dem Flieger gesogen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ljubiša Karović wurde durch ein zerbrochenes Fenster eines Ryanair-Fliegers gezogen.
    • Nun bereitet ein Anwalt eine Sammelklage für ihn und 35 weitere Passagiere vor.
    • Sie alle hätten dem «Tod ins Auge» geschaut.

    Auf einem Flug von Ryanair von Thessaloniki nach Memmingen (D) zerbarst ein Fenster. Passagier Ljubiša Karović wurde halb aus dem Flieger gesogen und erlitt schwere Verletzungen. Nun bereitet er eine Klage vor.

    Sein Anwalt Vasileios Tsiaras sagt gegenüber der «Bild», er vertrete neben Karović 35 weitere Passagiere, denn: «Sie alle schauten bei diesem Ereignis dem Tod ins Auge.»

    Das US-amerikanische National Transportation Safety Board (NTSB) leitet die Untersuchung des Vorfalls. In einem ersten Bericht schreibt sie, dass ein Triebwerksflügel abgebrochen sei. Umherfliegende Teile hätten den Rumpf beschädigt und das Fenster zerstört. Im Triebwerk seien Vogelreste gefunden worden.

    Anwalt Tsiaras findet die Vermutung, dass Vögel den Triebwerkschaden verursacht haben, unwahrscheinlich. Er gehe davon aus, dass Vögel «diesen drastischen Schaden nicht allein» verursacht haben könnten. Er bringt auch verpasste Wartungen und Materialermüdungen ins Spiel.

    Ryanair äussert sich erst nach Abschluss der Untersuchung

    Gegen wen genau er vorgehen wird, ist noch unklar. Als Optionen gelten Ryanair, der Flugzeughersteller Boeing, das Wartungsunternehmen oder der Triebwerkhersteller. Bevor er sich entscheidet, will der Jurist noch den Abschlussbericht zur Ursache des Schadens abwarten.

    Fliegst du mit Ryanair?

    Die Vorbereitungen für die mögliche Schadenersatzklage aber laufen schon. Laut der Bild könnte sich die Sammelklage auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen.

    Ryanair selbst will sich zum Vorfall noch nicht äussern und erst den Abschluss der Untersuchung abwarten.

    Anwalt: Psychisch geht es Ljubiša Karović sehr schlecht

    Ljubiša Karović hatte bei dem Vorfall grosses Glück im Unglück. Wohl nur dank des Gurtes wurde er auf einer Flughöhe von 4500 Metern nicht aus dem Flieger gezogen. Mehrere Passagiere hielten ihn fest und brachten ihn zurück in die Kabine.

    Sein Anwalt sagt nun, dass er «körperlich auf einem guten Weg» sei. Noch sei aber unklar, ob eine Operation notwendig werde.

    «Das eigentliche Problem ist sein seelischer Zustand», sagt Anwalt Tsiaras. «Psychisch geht es ihm nach wie vor sehr schlecht.»

    Kommentare

    User #4317 (nicht angemeldet)

    Kann den Mann gut verstehen. Ist ja wohl auch der absolute Horror Tripp gewesenen. War es nun Schluderei beim Service oder einfach Profitgier das die Flieger nicht richtig gewartet wurden ?

    User #6144 (nicht angemeldet)

    Einić

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