Ryanair

Ryanair bietet Mann, der fast aus Flug gesogen wurde nur Neubuchung

Simon Binz
Simon Binz

Griechenland,

Ljubisa Karović wurde bei einem Flug fast aus dem Fenster gesogen. Ryanair habe sich seither nur mit einem Neubuchungs-Angebot gemeldet, sagt der Serbe.

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Ein Video im Netz zeigt, wie es in der Ryanair-Maschine nach der Landung ausgesehen hat. - X@aviationbrk

Das Wichtigste in Kürze

  • Ljubisa Karović wird bei einem Ryanair-Flug fast aus dem Kabinenfenster gesogen.
  • Seine Frau hält ihn an den Beinen fest, während die Crew laut ihr vor Angst erstarrt.
  • Ryanair habe sich seither nur mit einer Neubuchungs-Anfrage gemeldet, klagt die Familie.

Der Serbe Ljubisa Karović machte vor mehr als zwei Wochen weltweit Schlagzeilen, als er beinahe aus einem Flugzeug gesogen wurde.

Zur Erinnerung: Wenige Minuten nach dem Start der Maschine von Ryanair löste sich am 10. Juli ein Kabinenfenster. Karović wurde von der Druckentlastung erfasst und hing zur Hälfte ausserhalb des Rumpfs, bevor Mitreisende ihn zurück ins Flugzeug zogen.

Bist du schon einmal mit Ryanair geflogen?

Betrieben wurde der Flug von Griechenland nach Deutschland von Malta Air, einer Tochtergesellschaft von Ryanair. Gegenüber der «Daily Mail» sagt Karović nun, dass sich seit dem Vorfall niemand von Ryanair direkt bei ihm gemeldet habe.

«Wir haben nur E-Mails an meinen Sohn erhalten, der unsere Flüge gebucht hat. Darin wurde gefragt, ob wir umbuchen möchten und wie es mir geht. Aber niemand von Ryanair hat mich kontaktiert, nicht einmal ein Anruf, um Anteilnahme zu zeigen», sagte er.

«Mein Mandant ist dem Tod von der Schippe gesprungen«

Karović erlitt Reibungsverbrennungen und Blutergüsse an Arm und Brust. Nachdem er zurück in die Kabine gezogen worden war, brachte man ihn auf einen anderen Platz. Die Maschine kehrte nach Thessaloniki zurück, wo Karović von Sanitätern und einem Ambulanzteam empfangen wurde.

Der griechische Anwalt Vasilis Tsiaras, der die Familie vertritt, kündigte an, eine hohe Entschädigung zu erwirken. «Mein Mandant ist dem Tod von der Schippe gesprungen. Wir wollen sicherstellen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.«

ryanair vorfall
Michael O’Leary, Chef von Ryanair, sagte über den Vorfall: «Die ersten Anzeichen deuten auf einen Fremdkörperschaden am Triebwerk beim Start in Thessaloniki hin, aber wir können das noch nicht definitiv sagen.» (Archivbild) - keystone

Es gehe nicht nur um Entschädigung, so der Anwalt. Sondern auch darum, «die Wahrheit über den Zustand dieses Flugzeugs herauszufinden». Zudem übte er Kritik am Verhalten der Crew: Diese sei von der Angst gelähmt gewesen, das Flugzeug könnte abstürzen, und habe deshalb nicht eingegriffen.

Karović verlor sofort das Bewusstsein

Karović selbst kann sich an den Vorfall kaum erinnern, da er sofort das Bewusstsein verlor. Gegenüber «The Guardian» sagte er zuvor: «Die Explosion ist es, an die ich mich erinnere. Das Geräusch vor dem Chaos, das Geräusch, das immer da ist, wenn ich die Augen zum Schlafen schliesse.»

Seine Frau Svetlana Grković rettete ihn nach eigenen Angaben, indem sie ihn an den Beinen festhielt. Gegenüber dem serbischen Nachrichtenportal Nova schilderte sie den Moment: «Als das Fenster zerbrach, kam es zur Dekompression in der Kabine. Der Druck zog Ljubiša hinaus, zum Glück war er angeschnallt, aber die Hälfte seines Körpers hing ausserhalb des Flugzeugs.«

Sie habe sofort reagiert und seine Beine gepackt und sich gedacht: «Wenn wir sterben, dann sterben wir zusammen. Es war schrecklich.» Sie warf der Crew vor, während des Kampfes um ihren Mann untätig geblieben zu sein: «Sie wirkten ängstlicher als wir. Nur die Passagiere haben geholfen und waren mutig.»

Ryanair will sich zum Vorfall nicht äussern

Ryanair teilte der «Daily Mail» mit, man werde sich während der laufenden Untersuchung nicht äussern. Der Vorfall wird von der US-Flugsicherheitsbehörde NTSB untersucht, die das Flugzeug bereits begutachtet hat. Ein erster Untersuchungsbericht wird in rund 28 Tagen erwartet.

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