Ryanair

    Ryanair-Flieger wurde vor «Bombendrohung» zur Landung gezwungen

    Anna Baumert
    Anna Baumert

    Weissrussland,

    In Belarus wurde eine Ryanair-Maschine wegen einer angeblichen Bombendrohung zur Landung gezwungen. Diese traf jedoch erst nach der Alarmierung der Piloten ein.

    lukaschenko
    Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, spricht vor dem Parlament in Minsk. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Sonntag wurde Roman Protassewitsch nach einer Zwangslandung in Belarus festgenommen.
    • Laut Lukaschenko wurde die Ryanair-Maschine wegen einer Bombendrohung gezwungen zu landen.
    • Diese traf jedoch erst ein, nachdem die Piloten bereits vor der «Bombe» gewarnt wurden.

    Flug FR4978 der Ryanair war am Sonntag auf dem Weg von Athen zur litauischen Hauptstadt Vilnius. Als die Maschine Belarus überflog, wurde sie jedoch dazu gezwungen, zu landen. In Minsk wurden dann der Regierungskritiker Roman Protassewitsch und seine Freundin Sofia Sapega festgenommen.

    Machthaber Alexander Lukaschenko rechtfertigte die erzwungene Landung mit einer angeblichen Bombendrohung. Die Information, dass sich eine Bombe an Bord der Passagiermaschine befinde, hätten die Behörden aus der Schweiz erhalten. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA bestritt dies jedoch gegenüber Nau.ch.

    Angebliche Bombendrohung kam erst gegen 13 Uhr

    Nun ist ein neues brisantes Detail zum Vorfall ans Licht gekommen. Denn: Die E-Mail mit der Bombendrohung traf um 12.57 Uhr ein. Die belarussischen Fluglotsen hatten die Piloten jedoch bereits fast eine halbe Stunde zuvor von einer Bombe gewarnt!

    belarus
    In einer E-Mail drohen angebliche Hamas-Kämpfer damit, eine Bombe über der litauischen Hauptstadt explodieren zu lassen. - Twitter/@TadeuszGiczan

    In der auf Twitter veröffentlichten internen E-Mail fordern angebliche Hamas-Soldaten unter anderem, dass Israel das Feuer im Gazastreifen einstellt. Sollte den Forderungen nicht nachgekommen werden, wird damit gedroht, dass eine im Passagierflugzeug platzierte Bombe über Vilnius explodiert. Die Waffenruhe im Nahen Osten trat jedoch bereits in der Nacht auf Freitag in Kraft.

    ryanair chef
    Eine Maschine der Ryanair beim Abflug. (Archivbild) - dpa

    Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass es bei der Zwangslandung lediglich darum ging, Protassewitsch festzunehmen.

    Die Aktion wird international scharf kritisiert. Die EU hat bereits Sanktionen gegen Lukaschenko verhängt. Fluggesellschaften wie die Swiss oder Lufthansa umfliegen den belarussischen Luftraum.

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