Russland soll für die hohen Gaspreise in Europa verantwortlich sein. Doch Russland weist die Vorwürfe aus Europa zurück. Die Preise hätten andere Gründe.
Mit Nord Stream 2 soll Gas von Russland nach Deutschland geliefert werden. Foto: Stefan Sauer/zb/dpa
Mit Nord Stream 2 soll Gas von Russland nach Deutschland geliefert werden. Foto: Stefan Sauer/zb/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Russland weist Vorwürfe, die Gaspreise absichtlich zu erhöhen, vehement zurück.
  • Die Preise für Energie in Europa steigen immer weiter an.
  • Gemäss Russland seien die Klimapolitik und das Ende der Pandemie Gründe für die Preise.

Russland hat die Verantwortung für den starken Anstieg der Gaspreise kategorisch zurückgewiesen. Das Augenmerk solle auf die Klimapolitik in der EU gerichtet werden. «Wir bestehen drauf, dass Russland keine Rolle dabei spielt, was auf dem Gasmarkt in Europa vor sich geht». Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge.

Russland solle den Gaspreis manipulieren, um eine schnelle Inbetriebnahme der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zu erwirken. So lauteten Vorwürfe aus der EU, die Peskow aber zurückwies.

«Nur Nicht-Profis, Leute, die das Wesen der Vorgänge nicht verstehen, können hier Russland in diesem Zusammenhang erwähnen», meinte Peskow.

Klimapolitik sei Grund für hohe Energiepreise

Der Vertraute von Präsident Wladimir Putin wies darauf hin, dass in der EU einige Einflüsse auf die Energiepreise zusammenkämen. So sei einerseits der Energiebedarf nach dem Ende von Einschränkungen in der Corona-Pandemie wieder hoch.

Die Wirtschaft nehme an Fahrt auf, sagte Peskow. Andererseits setze die EU auf erneuerbare Energien, die wie im Fall der Windenergie unberechenbar seien. So hätten etwa Windenergieanlagen zuletzt nicht die erwartete Leistung gebracht.

«Das hängt auch einfach mit den Klimaveränderungen zusammen. Es gibt dort Windstillen, und dann entsteht wenig Energie aus der Windkraft», sagte Peskow. Nach russischen Angaben musste in der Folge auf Gasreserven zurückgegriffen werden, weshalb die Speicher weniger gut gefüllt seien als sonst.

Nord Stream 2 soll helfen

Die russische Seite erfülle alle Verträge, betonte Peskow. Die Lieferungen seien schon jetzt im Rekordbereich. Russland warnt immer wieder davor, sich zu sehr auf erneuerbare Energien zu verlassen. In der Gas- und Ölgrossmacht liegt der Anteil an erneuerbaren Energien bei gerade einmal einem Prozent.

Zudem sei der Staatskonzern Gazprom bereit, mit Kunden neue langfristige Verträge abzuschliessen, hiess es. Der Energieriese hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass er einen schneereichen und kalten Winter erwarte, der gut fürs Geschäft sei.

Nord Stream 2
Die Ostseepipeline Nord Stream 2 ist fertig. - dpa-infocom GmbH

Gazprom und der Kreml hatten auch erklärt, dass eine rasche Inbetriebnahme der fertigen Gaspipeline Nord Stream 2 helfen könne. Einen Starttermin gibt es aber bisher nicht.

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