Wladimir Putin: «Haben zugeschlagen, wo es bequem war»
Der Einsatz der gefährlichen Oreschnik-Rakete ist für Wladimir Putin bloss ein Test. Vor den Medien plaudert der 73-Jährige ungewohnt offen aus dem Nähkästchen.

Das Wichtigste in Kürze
- Russland hat die äusserst gefährliche Oreschnik-Rakete mehrmals getestet.
- Man habe dort zugeschlagen, «wo es bequem war», sagte der Kreml-Chef vor den Medien.
- Nun müsse über den künftigen Einsatz der Rakete entschieden werden.
Für den russischen Präsidenten Wladimir Putin scheint der Einsatz einer Oreschnik-Rakete vor allem einem Zweck zu dienen: Dem Testen ihrer Wirkung.
Dabei gilt das ballistische Hyperschallgeschoss als äusserst gefährlich. Es verfügt über einen Mehrfachsprengkopf, der mehrere Ziele unabhängig voneinander ansteuern kann.
Die Rakete kann sowohl mit konventionellen Spreng- oder Splitterladungen als auch mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden.
Mit einer Geschwindigkeit von rund 12'300 bis 14'000 Kilometern pro Stunde erschwert sie eine frühzeitige Abwehr erheblich. Dank ihrer Reichweite von bis zu 5000 Kilometern gilt sie zudem als potenzielle Bedrohung für ganz Europa.
Kreml enthüllt «grosses militärisches Staatsgeheimnis»
An einer Pressekonferenz plauderte Wladimir Putin laut der Nachrichtenagentur «Associated Press» nun offen aus dem Nähkästchen. Die Angriffe am 24. Mai hätten vor allem dazu gedient, Erkenntnisse für künftige Einsätze zu gewinnen.
«Ich werde ein grosses militärisches Staatsgeheimnis enthüllen», sagte Putin vor den Medien. «Wir haben einfach dort zugeschlagen, wo es bequem war, um die Ergebnisse zu beobachten.»
Russische Drohnen hätten die Einschläge überwacht und deren Wirkung detailliert ausgewertet. Dass bei den Angriffen vom 24. Mai auch zivile Einrichtungen und Menschen getroffen wurden, erwähnte Putin nicht.
Einsätze der Oreschnik-Rakete
Gleichzeitig dementiert der Kreml-Chef: Einen Einsatz der Rakete auf ukrainischem Gebiet habe es bislang nicht «im eigentlichen Sinne des Wortes» gegeben.
Die Realität zeichnet jedoch ein anderes Bild. Bereits im November 2024 setzte Russland die Oreschnik-Rakete erstmals gegen die zentralukrainische Stadt Dnipro ein.
Ein weiterer Einsatz folgte im Januar 2026, als die Rakete in der westukrainischen Stadt Lwiw einschlug.
Wladimir Putin macht zivile Gebiete zum Ziel
Nun müsse über den künftigen Einsatz der Rakete entschieden werden, erklärte Putin weiter. Dabei erwähnte er ausdrücklich auch Angriffe auf bestimmte Ziele in besiedelten Gebieten.
Angriffe auf Zivilpersonen oder zivile Objekte sind nach dem humanitären Völkerrecht grundsätzlich verboten. Sie können unter bestimmten Voraussetzungen als Kriegsverbrechen eingestuft werden.
Russland steht seit Beginn seiner Invasion immer wieder in der Kritik, gezielt Infrastruktur anzugreifen, die nicht militärischen Zwecken dient.





















