Neo-Nationalrätin Andrea de Meuron schildert ihre ersten Eindrücke
Seit einer Woche sitzt sie für die Grünen im Nationalrat, nun spricht sie über Lieblingsorte, erste Vorstösse und Vorteile für die Thuner Stadtpräsidiumswahl.
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Das Wichtigste in Kürze
- Die Thuner Gemeinderätin Andrea de Meuron ist die neuste Nationalrätin der Grünen.
- Sie rückte nach für die in den Regierungsrat gewählte Aline Trede.
- Dem BärnerBär schildert sie ihre ersten Eindrücke und Pläne.
Andrea de Meuron ist zwar ein Neuling im nationalen Parlament. Als Thuner Gemeinderätin, langjährige Grossrätin inklusive Fraktionspräsidium ist sie aber beileibe kein Polit-Neuling. Trotzdem sei es im Bundeshaus «eine ganz neue Welt», gesteht sie im Interview.
Positiv sei, dass wie erwartet die Geschäfte sehr interessant seien. «Denn was uns in Thun betrifft, was den Bürger, die Bürgerin betrifft: Diese Rahmenbedingungen und Gesetze werden auf kantonaler und eben auch auf Bundesebene gemacht.»
Negativ aufgefallen ist ihr aber die Lautstärke im Nationalratssaal. «Und zum Teil die fehlende Aufmerksamkeit für die Rednerinnen und Redner.»
Gotti Franziska
De Meuron ist nachgerückt für Aline Trede, die im März in die Berner Regierung gewählt wurde. Mit ihr habe sie sich vor Amtsantritt noch austauschen können.
Spannend seien dabei die sich ergänzenden Erfahrungen: Hier die Ex-Nationalrätin, die neu in der Kantonsregierung sitzt, da die Kommunalpolitikerin, die im kantonalen Parlament wirkte. «Das ist eine andere Perspektive, aber im gleichen Saal, in dem sie jetzt sitzt.»

Zur Seite stehen Andrea de Meuron aber auch die Fraktionsmitglieder. «Ich habe ein Gotti erhalten», schmunzelt die Neo-Nationalrätin: Franziska Ryser, Nationalrätin aus dem Kanton St. Gallen und seit Ende 2019 im Amt.
Ryser helfe bei allen Fragen weiter, genauso wie ihre Banknachbarinnen Sibel Arslan (GPS/BS) und Florence Brenzikofer (GPS/BL). «Es ist eine ganz grosse Herzlichkeit, mit der ich hier empfangen worden bin.»
Staatspolitik statt Raumplanung und Soziales
Etwas weniger Glück hatte de Meuron mit der Zuteilung ihres Kommissionssitzes: Neulinge müssen halt nehmen, was noch übrig ist. So ist sie nun Mitglied der Staatspolitischen Kommission (SPK). Ihre Erfahrung liege mehr bei der Verkehrspolitik, der Raumplanung, der Finanzpolitik, räumt sie ein, ihren Gemeinderats-Ressorts.

Auf kantonaler Ebene sammelte sie Erfahrung in der Gesundheits- und Sozialpolitik. Doch all dies werde sie hier einbringen können, ist sie überzeugt. Andererseits habe sie es schon immer so gehalten: «Ich kann etwas zugeteilt bekommen und ich arbeite mich ein.»
Mit ersten Vorstössen will sich Nationalrätin de Meuron noch in Zurückhaltung üben. Aber das heisse nicht, dass sie nicht schon Ideen hätte, verrät sie. Zum Beispiel in Sachen Thuner S-Bahnhof im Lerchenfeld. Dort werde ich schauen, ob allenfalls ein Vorstoss nötig ist.
Schönes Bundeshaus – und schönes Stadtpräsidium?
Vom Bundeshaus als Gebäude zeigt sich Andrea de Meuron tief beeindruckt. Es habe viele wunderschöne Orte, für einen Lieblingsort mag sie sich nicht entscheiden.
Oder doch: Ihren Sitzplatz im Saal. Dort höre sie immer interessiert den Debatten zu – «so gut es geht».

Hilft die schöne Kulisse, das neue Amt allenfalls auch im Wahlkampf ums Thuner Stadtpräsidium? De Meuron hat ihre Zweifel.
«Wenn das hilft, ist das wunderbar», lieber würde sie aber für ihre Kompetenzen gewählt. «Die Menschen wollen jemanden, der sie überzeugt, der Führungsqualität hat, der Lösungen entwickeln kann. Und das bringe ich mit.»
Die Wahl der neuen Thuner Stadtpräsidentin – es kandidieren ausschliesslich Frauen – findet am 14. Juni statt.








