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Kreml: Putin traf Schröder zu Vieraugengespräch

Keystone-SDA
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Russland,

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach Kreml-Angaben zu einem Vieraugengespräch mit Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) getroffen. «Ja, sie haben sich getroffen. Es war ein gutes Gespräch», sagte der aussenpolitische Berater Putins, Juri Uschakow, der Agentur Interfax. Zum Inhalt und dabei möglichen Perspektiven für Verhandlungen zwischen Russland und der Europäischen Union konnte er keine Angaben machen. Das Treffen fand demnach im Kreml in Moskau statt.

Wladimir Putin Gerhard Schröder
Russlands Präsident Wladimir Putin und der deutsche Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder im Jahr 2018. - keystone

Putin hatte Schröder kürzlich als möglichen Vermittler für Gespräche zwischen der EU und Russland genannt. Der 82-Jährige ist mit dem Kremlchef befreundet und war nach seiner Regierungszeit als Lobbyist für russische Energieunternehmen tätig. Der Vorschlag stiess in Deutschland und anderen EU-Staaten auf Ablehnung.

Die Beziehungen zwischen der EU und Russland sind durch den seit 2022 währenden russischen Krieg gegen das Nachbarland Ukraine schwer belastet.

Putin vertraut Schröder

Die Unterredungen von Putin und Schröder wurden kurz nach einer öffentlichen Fürsprache des Kremlchefs für den Ex-Bundeskanzler als Mittelsmann bekannt. Als Vermittler zwischen der EU und Russland kämen nur neutrale «Leute» infrage, «denen man vertrauen kann», sagte Putin bei einem Treffen mit Vertretern internationaler Nachrichtenagenturen, darunter die Deutsche Presse-Agentur, im Konstantin-Palast in St. Petersburg. Dabei zeigte er sich «verwundert» dass sein Plädoyer für den Ex-Kanzler Schröder als Vermittler wild diskutiert worden sei in Deutschland.

Es gehe nicht darum, ob Schröder sein Freund sei oder nicht; der Ex-Kanzler sei ein Staatsmann, der für die Interessen Deutschlands eintrete und seine eigenen Positionen verteidige, sagte Putin bei dem Gespräch am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums. Wegen der Waffenlieferungen an die Ukraine kritisierte er Deutschland und Europa als nicht neutral.

Externer Unterhändler unwahrscheinlich

Die Benennung eines Unterhändlers durch die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, der nicht zu einer Regierung gehört, gilt jedoch als sehr unwahrscheinlich. Das wurde bereits vergangene Woche bei einem informellen EU-Aussenministertreffen auf Zypern deutlich. Dort warnte die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas vor weiteren Diskussionen darüber: «Es ist eine Falle, in die Russland uns locken will.»

Neben Schröder waren von anderer Seite die frühere Kanzlerin Angela Merkel, der finnische Präsident Alexander Stubb sowie Ex-EZB-Chef Mario Draghi als mögliche Vermittler genannt worden.

Beratungen mit Selenskyj am Sonntag in London

Trotz zunehmender Kampfhandlungen im Ukraine-Krieg geht man in der Bundesregierung davon aus, dass es in den nächsten Monaten zu Gesprächen mit Russland über ein Ende des Krieges kommen kann. «Langsam öffnet sich ein Fenster für Gespräche der europäischen Seite mit Russland», hiess es aus Regierungskreisen. «Die harten Kämpfe der letzten Tage zeigen aber, es dürfte nicht Wochen, sondern Monate dauern.»

Wer die Gespräche für die Europäer führen könne, werde derzeit auf europäischer Seite diskutiert. Es müsse sich um ein möglichst handlungsfähiges Format handeln, das von den Europäern als möglichst legitim angesehen werde. «Es spricht einiges dafür, dass die E3 dabei weiter eine wichtige Rolle spielen werden.»

Als E3 werden Deutschland, Grossbritannien und Frankreich bezeichnet. Am Sonntagabend wird es nach Angaben eines britischen Regierungssprechers Beratungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und des britischen Premiers Keir Starmer mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in London geben. Die E3-Gruppe war bereits im vergangenen Jahr über Gespräche mit den USA und der Ukraine an den Bemühungen um ein Ende des Krieges beteiligt.

Im Juni und Juli stehen zudem mehrere Gipfeltreffen an, bei denen das Thema eine Rolle spielen könnte. Übernächste Woche kommt zunächst die G7 der wirtschaftsstarken westlichen Demokratien und dann die EU auf Spitzenebene zusammen. Anfang Juli folgt der Nato-Gipfel in der Türkei.

Erst Bundeskanzler, dann russischer Lobbyist

Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. In seiner Regierungszeit baute er gute Beziehungen zu Wladimir Putin auf, der seit 2000 Präsident der Russischen Föderation ist. Zum Ende von Schröders Amtszeit vereinbarte er mit Putin den Bau der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream unter Umgehung der Ukraine. Später wurde der Ex-Bundeskanzler zuerst Aufsichtsratschef der Nord Stream AG und im weiteren Verlauf auch des russischen Energiekonzerns Rosneft. Das brachte ihm den Ruf eines russischen Lobbyisten ein. Dennoch war der Altkanzler zu Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im März 2022 auf Bitten Kiews kurzzeitig erfolglos als Vermittler tätig.

Ob der 82-Jährige gesundheitlich einer Vermittlerrolle gewachsen wäre, bleibt dabei im Unklaren. 2025 hatte er Zeugenaussagen vor einem Untersuchungsausschuss zur Klimastiftung Mecklenburg-Vorpommern im Kontext des Baues der Erdgasleitung Nord Stream 2 mehrfach wegen einer Burnout-Erkrankung abgesagt.

Die Beziehungen zwischen der EU und Russland sind durch den seit 2022 währenden russischen Krieg gegen das Nachbarland Ukraine schwer belastet.

Kommentare

User #2314 (nicht angemeldet)

Zwei, die auf Vieraugengespräche machen, die nichts bringen. Der eine bürstet dem anderen die Schulter und lobt ihn in den Himmel, während der andere Zuckerwatte verteilt.

User #6479 (nicht angemeldet)

Ich hab den Eindruck dass dieser Krieg noch sehr lange dauern wird

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