Papst: Drohung gegen iranisches Volk «wirklich inakzeptabel»
Papst Leo XIV. hat angesichts des Iran-Kriegs jüngste Drohungen gegen das iranische Volk als inakzeptabel bezeichnet. «Wie wir alle wissen, gab es heute auch diese Drohung gegen das gesamte Volk des Irans, und das ist wirklich nicht akzeptabel», sagte das Oberhaupt von etwa 1,4 Milliarden Katholiken vor Journalisten vor seiner Residenz in Castel Gandolfo bei Rom.

Leo sagte, dies sei eine Frage des Völkerrechts, aber vielmehr auch eine moralische Frage. «Ich möchte alle einladen, wirklich im Herzen an die vielen Unschuldigen zu denken, an die vielen Kinder, viele ältere Menschen, völlig Unschuldige», sagte der Pontifex weiter. Sie seien alle Opfer des Krieges.
Leo – der erste US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri – nannte zwar den US-Präsidenten Donald Trump nicht beim Namen. Er dürfte sich jedoch auf dessen jüngste harsche Drohungen gegen den Iran bezogen haben. Trump schrieb wenige Stunden zuvor auf seiner Plattform Truth Social: «Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren.»
Eigentlich dafür bekannt seine Worte sorgfältig zu wählen hatte Leo zuletzt seine Kritik am Iran-Krieg verschärft. In der vergangenen Woche äusserte sich der Papst direkt zu Donald Trump und sagte, er hoffe, der US-Präsident finde einen «Ausweg» aus dem Krieg. Solche direkten Reaktionen auf Äusserungen oder Taten von Staats- und Regierungschefs sind von einem Papst selten.
Angesichts der militärischen Eskalation mahnte er in seinen Ausführungen vor Reportern erneut eine diplomatische Lösung des Konflikts an: «Kehren wir an den Verhandlungstisch zurück. Sprechen wir miteinander. Suchen wir auf friedliche Weise nach Lösungen.» Er fügte hinzu: «Wir sind ein Volk, das den Frieden liebt, und es gibt einen grossen Bedarf an Frieden in der Welt.»














