Wie Öl die Meere vergiftet – welche Tiere am stärksten leiden
Jährlich gelangen Tausende Tonnen Öl in die Weltmeere. Vögel, Säuger und Fische sterben – und eine neue Gefahr lauert in der Ostsee.

Schiffshavarien und Plattformunfälle machen das Ausmass der Ölverschmutzung sichtbar, doch der Alltag ist bereits verheerend. Laut einer Studie gelangen allein in der Nordsee jährlich rund 6000 Tonnen Öl ins Meer.
Mehr als 740 Öl- und Gasplattformen sind im Nordostatlantik in Betrieb, berichtet «Nabu». Immer wieder treten kleine Mengen aus – durch Materialermüdung oder Störfälle im regulären Betrieb.
Für Seevögel bedeutet schon ein einziger Öltropfen auf dem Gefieder den Tod. Die isolierende Wirkung der Federn geht sofort verloren, die Tiere unterkühlen und sterben.
Giftige Stoffe aus Öl greifen ganze Nahrungsketten an
Auch Meeressäuger wie Delfine und Wale sind in grösster Gefahr. Laut der «Deutschen Stiftung Meeresschutz» können giftige Kohlenwasserstoffverbindungen das Nerven- und Atmungssystem dieser Tiere dauerhaft schädigen.
Öl gelangt zudem in die Nahrungskette und vergiftet Fische, Muscheln und weitere Meereslebewesen. Wie die «Deutsche Stiftung Meeresschutz» warnt, bedroht das ganze Tierpopulationen und beeinträchtigt auch die menschliche Nutzung der Meere.
Wie lange ein Ökosystem sich erholt, hängt von Ölmenge und -art sowie von Wassertemperatur und -tiefe ab. Der vollständige bakterielle Abbau kann nach Angaben von «Nabu» mehrere Jahrzehnte dauern.
Schattenflotte bedroht die Ostsee
Eine akute neue Gefahr geht laut «Greenpeace» von der russischen Schattenflotte aus. Im Januar 2025 trieb der Tanker «Eventin» mit 99'000 Tonnen Rohöl an Bord manövrierunfähig vor Rügen.

«Greenpeace» warnte bereits im September 2024, dass das Risiko einer Ölkatastrophe in der Ostsee stark gestiegen sei. Veraltete, unversicherte Tanker mit unklaren Besitzverhältnissen machen eine Schadensregulierung im Havariefall nahezu unmöglich.
Auch im März 2024 kollidierte ein russischer Rohöltanker vor der dänischen Küste mit einer Personenfähre, wie «Greenpeace» dokumentierte. Grössere Schäden blieben diesmal aus – doch die Umweltorganisation bezeichnet solche Beinahe-Katastrophen als Warnsignal.
















