Gegen den Wintersportort Ischgl wurden Ermittlungen aufgrund des Corona-Ausbruchs durchgeführt. Es gebe jedoch keine Beweise für schuldhaftes Verhalten.
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Die berüchtigte Apres-Ski-Bar Kitzloch in Ischgl. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/EPA/CHRISTIAN BRUNA

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Wintersportort Ischgl war einer der ersten Corona-Hotspots.
  • Es wurden strafrechtliche Ermittlungen zum Corona-Ausbruch durchgeführt.
  • Diese wurden nun von der Innsbrucker Staatsanwaltschaft eingestellt.

In Österreich hat die Innsbrucker Staatsanwaltschaft die strafrechtlichen Ermittlungen zu dem Corona-Ausbruch im Wintersportort Ischgl eingestellt. Ermittler sehen keine Beweise für schuldhaftes Verhalten.

«Es gibt keine Beweise dafür, dass jemand schuldhaft etwas getan hätte, das zu einer Erhöhung der Ansteckungsgefahr geführt hätte.» Dies teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Daher werde es keine Anklage gegen die fünf Beschuldigten geben.

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Das Skigebiet von Ischgl - Instagram

In Ischgl und anderen Tiroler Wintersportorten hatten sich im März 2020 mehr als 6000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Ischgl wurde so zu Beginn der Pandemie zu einem der ersten Corona-Hotspots in Europa. Viele Betroffene und Hinterbliebene werfen den verantwortlichen Behörden schwere Fehler im Umgang mit dem Ausbruch vor.

Schwere Fehleinschätzungen festgestellt

Auch eine unabhängige Experten-Kommission, die den Ausbruch untersuchte, stellte schwere Fehleinschätzungen fest. Die österreichischen Behörden hätten zu spät reagiert und die Lage falsch eingeschätzt, nachdem sie aus Island am 5. März gewarnt worden waren, dass mehrere Urlauber nach ihrer Rückkehr auf die Insel positiv auf das Virus getestet wurden.

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck überprüfte nach eigenen Angaben insbesondere die Massnahmen nach Bekanntwerden der ersten Infektionsfälle. Beispielsweise die Erlassung und Umsetzung von Verordnungen zur Schliessung von Lokalen und Skipisten.

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Staatsanwälte haben rund um den Corona-Ausbruch im österreichischen Skiort Ischgl Ermittlungen geführt. Foto: Jakob Gruber/APA/dpa - sda - Keystone/APA/Jakob Gruber

Der Ermittlungsakte umfasst nach Angaben der Staatsanwaltschaft 15'000 Seiten Protokolle, Berichte und sonstiges Beweismaterial. Um die Abläufe nachvollziehen und bewerten zu können, befragte die Staatsanwaltschaft insgesamt 27 Menschen. Dabei wurden auch die Erkenntnisse der vom Land Tirol eingesetzten Experten-Kommission berücksichtigt.

Ermittlungen eingestellt

Schon Ende Mai stand für die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben fest, dass die Ermittlungen eingestellt werden. Dies wurde den Angaben zufolge nun auch von der Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck, dem Justizministerium und einem Kontrollgremium bestätigt.

Nicht betroffen von der Einstellung der strafrechtlichen Ermittlungen ist die zivilrechtliche Aufarbeitung des Corona-Ausbruchs in Ischgl. Ein erster Zivilprozess läuft seit September vor dem Landgericht Wien. Die Kläger aus Österreich und Deutschland werfen den Behörden schwere Fehler im Umgang mit dem Corona-Ausbruch vor und verlangen Schadenersatz.

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