OECD warnt: Nahost-Konflikt bremst die Weltkonjunktur
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet im laufenden Jahr mit einer weltweit schwächeren Wirtschaftsentwicklung als im Jahr zuvor. Grund dafür ist der Nahost-Konflikt und der damit verbundene Energieschock, wie die OECD am Mittwoch in Paris mitteilte. Die OECD-Experten gehen auch von einem Anziehen der Inflation aus.

Eine längere Dauer oder eine weitere Eskalation des Nahost-Konflikts werde zu weiter steigenden Energiepreisen und einer höheren Inflation führen, warnten die OECD-Ökonomen in ihrem jüngsten «Economic Outlook». Das belaste sowohl den Konsum als auch die Investitionen weltweit.
Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten, die weitere Sperrung der Strasse von Hormus sowie weltweite handelspolitische Spannungen bremsten die globale Wirtschaft, hiess es. Laut der OECD dürfte sich das weltweite Konjunkturwachstum im laufenden Jahr auf 2,8 Prozent von 3,4 Prozent 2025 abschwächen. Eine Erholung erwarten die Ökonomen dann ab 2027 mit einem Anziehen des Wachstums auf 3,1 Prozent.
Je länger der Konflikt im Nahen Osten andauert, desto höher fallen laut dem Bericht die wirtschaftlichen und sozialen Kosten aus. Sollte der Konflikt bis weit ins Jahr 2027 hinein andauern, dürfte sich das weltweite Wachstum deutlich stärker verlangsamen – auf nur noch 2,1 Prozent im laufenden Jahr und 1,8 Prozent in 2027.
Für die USA sagt die OECD für das laufende Jahr ein Wachstum von rund zwei Prozent voraus, das sich 2027 auf 1,8 Prozent abschwächt. Während der Energieschock und die erhöhte Unsicherheit aufgrund des sich zuspitzenden Konflikts im Nahen Osten voraussichtlich das Wachstum des privaten Konsums dämpfen werden, wird das zugrunde liegende Wachstum weiterhin durch starke Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz gestützt.
Im Euroraum erwartet die OECD 2026 ein Wachstum von 0,8 Prozent, das 2027 wieder auf 1,2 Prozent ansteigt, da sich die Binnennachfrage und der Handel beleben. In China wird sich das Wachstum nach Prognose der OECD 2026 auf 4,5 Prozent und 2027 auf 4,3 Prozent verlangsamen. Chinas hoher Energieverbrauch und seine Abhängigkeit von Importen machten das Land anfällig für globale Ölpreissteigerungen. Etwas Milderung versprechen aber die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien und grosse Ölreserven.
Die steigenden Energiepreise bremsen etwa auch den Aufschwung in Deutschland, wie die OECD festhält. Die deutsche Wirtschaft wird laut den OECD-Prognosen in diesem Jahr nur um 0,7 Prozent zulegen und damit um 0,1 Prozentpunkte weniger, als noch im vorherigen Wirtschaftsausblick Ende März prognostiziert. Für 2027 wird noch mit einem Wachstum um 1,1 Prozent gerechnet, 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im März.














