Tod

Tod von Soldaten: USA verüben Vergeltungsschläge auf Iran-Ziele

Bei einem iranischen Raketenangriff in Jordanien sind zwei US-Soldaten getötet worden. Die USA reagiert mit Vergeltungsschlägen. Das neueste gibt es im Ticker.

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Jordanische Panzer bei einer Militärübung in der Wüste. Bei einem iranischen Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien wurden zwei US-Soldaten getötet. (Archivbild) - keystone

Das US-Militär hatte am Samstag erstmals seit den Anfangstagen des Iran-Kriegs wieder tote Soldaten in den eigenen Reihen nach iranischem Beschuss gemeldet. Die beiden Soldaten sind am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben gekommen, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohenangriffe verteidigten. Ein weiterer Soldat wird noch vermisst.

Trump bezeichnete den Tod der Soldaten als «sehr traurige Sache». Später meldete das US-Militär, dass Vergeltungsschläge gegen die iranischen Revolutionsgarden eingeleitet wurden.

Hat Trump einen klaren Plan für den Nahen Osten?

Irans Vizeaussenminister Kasem Gharibabadi sagte unterdessen laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars, man habe das Rahmenabkommen ausgesetzt und fühle sich nicht mehr an die Vereinbarung gebunden. Trump sagte dazu nach Angaben von NewsNation, dass ihm das «völlig egal» sei.

Das Neueste gibt es hier im Ticker:

US-Militär hat Angriffe beendet

Das US-Zentralkommando (Centcom) teilt mit, die achte Nacht in Folge mit Angriffen auf den Iran abgeschlossen zu haben – auf Anweisung des Oberbefehlshabers.

Irans Top-General droht USA mit «vernichtender Antwort»

Generalmajor Ali Abdullahi, Kommandeur von Irans Zentralkommando Khatam al-Anbiya, warnt die USA: «Jede Aggression oder Barbarei» werde von den iranischen Streitkräften «mit einer entschlossenen und vernichtenden Antwort» beantwortet.

Wie die iranischen Staatsmedien berichten, bezeichnete Abdullahi die USA dabei als «den Grossen Satan» sowie als «verbrecherischen, verräterischen und hinterhältigen Feind».

Er versprach zudem, die Einheit zwischen Streitkräften, Bevölkerung und Regierung zu stärken, und kündigte an, den USA «höhere Kosten» aufzuerlegen als in früheren Kriegen. «Der Feind hat nach aufeinanderfolgenden militärischen Niederlagen Zuflucht darin gesucht, Zwietracht zwischen Volk und Führung zu säen», so Abdullahi weiter.

Neue US-Angriffe auf iranische Insel Gheschm gemeldet

US-Kampfjets haben laut der Nachrichtenagentur Tasnim eine weitere Angriffswelle auf die iranische Insel Gheschm geflogen. Auf der Insel seien mindestens zwei Explosionen zu hören gewesen, so die Agentur. Rettungskräfte, Sicherheitsteams sowie Einsatzkräfte seien vor Ort im Einsatz, um die getroffenen Stellen zu identifizieren und mögliche Opfer sowie Schäden zu erfassen.

Iranische Bodentruppen auf der Insel Qeshm.
Iranische Bodentruppen auf der Insel Qeshm (Archiv). - keystone

Iran meldet Drohnenangriffe auf zwei US-Stützpunkte in Kuwait

Irans Armee erklärt, einen grossangelegten Drohnenangriff auf zwei «US-Militäreinrichtungen» in Kuwait gestartet zu haben. Wie der staatliche Sender IRIB berichtet, hätten die «Zerstörungsdrohnen» ein Munitionsdepot im Camp Al Adiri sowie Patriot- und Luftabwehrradare auf der Ali-Al-Salem-Luftwaffenbasis getroffen. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Explosionen in Bandar Abbas und auf der Insel Gheschm gehört

Im Süden Irans sind mehrere Explosionen zu hören gewesen – und zwar in der Hafenstadt Bandar Abbas sowie auf der nahe gelegenen Insel Gheschm. Das berichten iranische Medien.

Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA meldet, in Teilen von Bandar Abbas seien mehrere Explosionen zu hören gewesen, Behörden würden vor Ort ermitteln. Die halboffizielle Agentur Tasnim zitiert Provinzverantwortliche, wonach zwar Detonationen in Bandar Abbas gehört worden seien – Hinweise auf Raketeneinschläge oder Angriffe durch US-Kampfjets lägen aber bislang nicht vor.

Auf Gheschm seien die Explosionen laut Tasnim gegen 3.38 Uhr Ortszeit (0.08 Uhr MESZ) an mehreren Orten der Insel zu hören gewesen. Einwohner sprächen von drei bis fünf Einschlägen auf der Insel, so die Agentur.

USA verüben Vergeltungsschläge

Das US-Militär hat nach dem Tod von zwei seiner Soldaten Vergeltungsschläge gegen die iranischen Revolutionsgarden angekündigt. Um 18.00 Uhr US-Ostküstenzeit (1.30 Uhr Ortszeit im Iran) habe man neue Luftangriffe auf den Iran begonnen, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit.

Ziel sei es, die Fähigkeit des Irans, die Handelsschifffahrt in der Strasse von Hormus zu bedrohen, weiter zu schwächen. Zudem zielten die Angriffe darauf ab, die Revolutionsgarden, die in der vergangenen Nacht Angriffe auf amerikanische Soldaten in Jordanien verübt hätten, «schnell zu bestrafen».

Iran hat Rahmenabkommen ausgesetzt

Irans Vizeaussenminister Kasem Gharibabadi sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars, man habe das Rahmenabkommen ausgesetzt und fühle sich nicht mehr an die Vereinbarung gebunden. Trump sagte dazu nach Angaben von NewsNation, dass ihm das «völlig egal» sei.

Trump über Tod von US-Soldaten: "sehr traurige Sache"

Trump hat den Tod von zwei weiteren US-Soldaten im Iran-Krieg als «sehr traurig» bezeichnet. Der US-Sender NewsNation zitierte ihn nach einem Gespräch über die Todesfälle mit der Aussage, dass das auch «eine sehr traurige Sache» sei.

«Wir sehen das ungern», sagte Trump demnach. Die Soldaten seien im Dienst für ihr Land gestorben. Nach Angaben des Senders bekräftigte Trump auch seine im Zuge des Krieges vielfach vorgebrachte Botschaft, dass der Iran keine Atomwaffen haben dürfe.

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Donald Trump bezeichnete den Tod der Soldaten im Iran-Krieg als «traurige Sache». - Keystone

USA raten Staatsbürgern wegen Nahost weltweit zur Vorsicht

Das US-Aussenministerium ruft amerikanische Staatsbürgerinnen und -bürger wegen der verschärften Spannungen im Nahen Osten weltweit zu «erhöhter Vorsicht» auf. Die Warnung gilt insbesondere für Personen, die sich im Nahen Osten aufhalten, wie aus einer Mitteilung auf der Website des Ministeriums hervorgeht. Die Sicherheitslage bleibe komplex, es bestehe die Gefahr einer «unvorhergesehenen Eskalation».

Auch ausserhalb des Nahen Ostens seien diplomatische Einrichtungen der USA bereits ins Visier geraten, hiess es. Gruppen, die den Iran unterstützten, könnten weitere Orte in den Fokus rücken, die mit den Vereinigten Staaten und/oder US-Amerikanerinnen und -Amerikanern in Verbindung stünden, warnte das US-Aussenministerium.

Emirate fordern "sofortigen Stopp der Eskalation" im Nahost-Konflikt

Die Vereinigten Arabischen Emirate fordern im Nahost-Konflikt angesichts der jüngsten Eskalation «ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten sowie eine rasche Rückkehr an den Verhandlungstisch».

Ohne die Kriegsparteien USA und Iran namentlich zu erwähnen, mahnte das Aussenministerium auf der Plattform X einen «sofortigen Stopp der Eskalation» und äusserste Zurückhaltung an, «um gefährliche Auswirkungen und ein Abgleiten der Region in ein neues Ausmass an Gewalt und Instabilität zu verhindern».

Angriffe auf zivile Infrastruktur in der Region wie Schulen, Spitäler oder Entsalzungsanlagen stellten einen Verstoss gegen das Völkerrecht dar und dürften nicht hingenommen werden.

Was war passiert?

Bei einem iranischen Raketenangriff auf einen Militärstützpunkt in Jordanien sind zwei US-Soldaten getötet worden. Ein weiterer Armeeangehöriger wird vermisst.

Das bestätigte das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando CENTCOM am Samstag. Vier weitere US-Soldaten wurden nach dem Angriff in jordanische Spitäler gebracht.

Sie konnten die Kliniken inzwischen wieder verlassen. Weitere Armeeangehörige seien wegen leichter Verletzungen untersucht worden und bereits wieder im Einsatz.

Iranische Raketen treffen Luftwaffenbasis

Nach Angaben von US-Medien schlugen mindestens zwei iranische ballistische Raketen auf dem Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti ein. Auf der Basis sind US-Truppen und Kampfflugzeuge stationiert.

Die Soldaten waren laut CENTCOM mit der Abwehr iranischer Raketen- und Drohnenangriffe beschäftigt. Weitere Angaben zum Ablauf und zur Suche nach dem vermissten Soldaten machte das Militär zunächst nicht.

Die Namen der Getöteten werden erst veröffentlicht, nachdem ihre Angehörigen informiert worden sind.

Konflikt weitet sich aus

Iran hatte seine Angriffe zuletzt auf mehrere mit den USA verbündete Staaten in der Region ausgeweitet. Neben Jordanien wurden auch Ziele in Kuwait und Bahrain angegriffen.

Die USA fliegen ihrerseits seit mehreren Nächten Angriffe auf militärische Ziele und Infrastruktur im Iran. Mit den beiden Todesfällen steigt die Zahl der seit Beginn des Konflikts getöteten US-Armeeangehörigen nach amerikanischen Angaben auf 16.

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Kommentare

User #1168 (nicht angemeldet)

Trump ratet Weltweit zur Vorsicht wegen Anschlägen. Und ich dachte die Angriffe im Iran sollen den Frieden fördern. Wie man sich doch Irren kann.

User #1447 (nicht angemeldet)

Und wieso macht eigentlich Israel nicht mehr mit, der Iran ist ja unter anderen der grösste Feind?

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