Die Niederlande heben die 1,5-Meter-Abstandsregel auf. Der umstrittene Corona-Pass bleibt aber. Wirte sind davon nicht begeistert.
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Die Kleber, die auf den Abstand hinweisen, werden in den Niederlande vom Boden gekratzt. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In den Niederlande fällt dank hoher Impfquote die Abstandsregel.
  • Für Restaurantbesuche, Kultur- und Sportevents braucht es aber den Corona-Pass.
  • Die Impfquote im Land beträgt rund 82 Prozent.

Die Niederlande sind auf dem Weg zurück zu einem normalen Leben. Mit dem heutigen Samstag wird der verpflichtete Sicherheitsabstand von 1,5 Metern abgeschafft – nach gut 18 Monaten. «Damit machen wir einen deutlichen Schritt in Richtung einer Gesellschaft ohne einschränkende Corona-Massnahmen», erklärte die Regierung in Den Haag.

Allerdings können die Niederländer noch keinen «Vrijheidsdag» (Freiheitstag) feiern. Denn an die Stelle der 1,5 Meter-Regel tritt der heftig umstrittene Corona-Pass. Jeder ab ab 13 muss vor Besuchen von Gaststätten, Kultur oder Sport nachweisen, dass er geimpft, getestet oder genesen ist.

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Mit dem heutigen Samstag wird in den Niederlanden der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern abgeschafft. Foto: Peter Dejong/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Angesichts sinkender Infektions- und Patientenzahlen sowie einer relativ hohen Impfquote hält es die Regierung für verantwortlich, Massnahmen zu lockern. So sind volle Stadien und Kneipen wieder erlaubt. Restaurants, Geschäfte und Theater können wieder unbegrenzt Besucher zulassen – allerdings erst nach Vorlage des Corona-Passes. Wer nicht geimpft oder genesen ist, kann sich kostenlos in einem Test-Center testen lassen.

Doch diese Anforderung ist heftig umstritten. Gastwirte kündigten bereits in mehreren Städten an, dass sie den 3G-Nachweis nicht kontrollieren würden. Auch Kommunen wollen in den ersten Wochen bei Verstössen keine Strafen verhängen. Impfgegner kündigten Proteste in Den Haag an.

Massnahmen umstritten

«Gastwirte sehen es nicht als ihre Aufgabe, Gäste zu kontrollieren», geht aus einer Umfrage des Königlichen Gaststättenverbandes hervor. Nach ihren Angaben fehlen für die Kontrollen Personal und Geld. Ausserdem befürchten Unternehmer Aggressionen und Bedrohungen.

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Einschränkungen für Schulen und Universitäten waren bereits zuvor aufgehoben worden, ebenso zum grössten Teil die Maskenpflicht. Der Mund-Nasen-Schutz muss weiterhin aber in Bussen und Bahnen getragen werden. Diskotheken und Nachtclubs müssen um Mitternacht schliessen.

Nach Angaben der Behörden sind jetzt rund 82 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei etwa 77.

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