Hitzewelle: Anzahl Notfall-Anrufe «vergleichbar mit Covid-Zeit»

Die Hitzewelle setzt Schweizer Spitäler unter Druck: In Genf steigen die Notrufe um 60 Prozent. Das Ausmass erinnert an die Corona-Pandemie.

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Wie zu Zeiten von Covid soll sich die Anfragesituation am Spital in Genf in den letzten vier Tagen zugetragen haben. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Unispital Genf meldet 60 Prozent mehr Anrufe bei den Notrufzentralen.
  • Das entspricht einem Niveau wie während der Corona-Zeit.
  • Auch Zürich, Bern und Basel verzeichnen mehr hitzebedingte Notfälle.
  • Häufige Folgen der Hitze sind Dehydrierung, Kreislaufprobleme, Stürze und Nierenprobleme.

Die Schweiz leidet unter dem Hitzesommer.

Letzte Woche gab es neue Rekorde. Und nächste Woche könnte es bereits im gleichen Stil weitergehen.

Das hat Folgen: Temperaturen von über 35 Grad setzen nicht nur der Bevölkerung zu. Auch die Spitäler spüren die Folgen deutlich.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung am Universitätsspital Genf (HUG): Dort ist die Auslastung der Notfallversorgung zum Höhepunkt der Hitzewelle Ende letzter Woche markant gestiegen.

Genf
Auch in Genf war es am vergangenen Wochenende enorm heiss. - keystone

Die ambulanten Notfälle nahmen um rund zehn Prozent zu.

Noch eindrücklicher zeigt sich die Entwicklung bei den Genfer Notrufzentralen 144 und CeSaGe: Diese registrierten in den vergangenen vier Tagen rund 60 Prozent mehr Anrufe, wie es auf Anfrage heisst.

Laut dem HUG ist die Situation inzwischen sogar gravierender als während der Hitzewelle von 2023. Das Ausmass der zusätzlichen Anrufe sei gar «vergleichbar mit der Covid-Zeit».

Vor allem ältere Menschen betroffen

Die häufigsten hitzebedingten Beschwerden sind Kreislaufprobleme, Dehydrierung, Stürze und Nierenprobleme. Betroffen sind insbesondere ältere Menschen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen.

Wie schützt du dich vor der aktuellen Hitzewelle?

Daneben beobachten die Genfer Ärzte vermehrt Lebensmittelvergiftungen wegen unterbrochener Kühlketten. Dazu Verletzungen bei Sport im Freien sowie zunehmend Elektrolytstörungen bei älteren Patientinnen und Patienten.

Ob die Hitzewelle bereits zu zusätzlichen Todesfällen geführt hat, lasse sich derzeit noch nicht beurteilen. Dafür müssten die Zahlen erst in den kommenden Wochen ausgewertet werden.

Auch Zürich meldet mehr Notfälle

Nicht nur Genf kämpft mit den Folgen der hohen Temperaturen. Das Universitätsspital Zürich verzeichnet seit Beginn der Hitzetage rund zehn Prozent mehr Patientinnen und Patienten auf der Notfallstation.

Die Ärzte behandeln dort vor allem Menschen mit Flüssigkeitsmangel, Elektrolytstörungen, Kreislaufkollaps oder hitzebedingter Erschöpfung. Gleichzeitig komme es vermehrt zu Herz-Kreislauf-Ereignissen, da grosse Hitze den Körper stark belaste.

Besonders auffällig sei die Entwicklung bei älteren Menschen. Heisse Wohnungen führten vermehrt zu Schwindel, Schwäche und Stürzen – teils mit Knochenbrüchen oder sogar lebensbedrohlichen Folgen.

Trotz der höheren Belastung seien am Unispital Zürich genügend personelle und infrastrukturelle Kapazitäten vorhanden, heisst es auf Anfrage.

Bern: Mehr Patienten als an normalen Sommerwochenenden

Das Inselspital Bern behandelte in den vergangenen Tagen mehrere Menschen mit hitzebedingten Beschwerden.

Das Patientenaufkommen am vergangenen Samstag sei deutlich höher gewesen als an einem gewöhnlichen Sommerwochenende, so das Insel-Medienteam auf Anfrage.

Warst du schon einmal auf einer Notfallstation im Spital?

Im Vordergrund standen Kreislaufprobleme, Dehydrierung, Schwindel, Schwäche sowie vereinzelt Hitzeerschöpfung oder Hitzeschläge. Insgesamt handle es sich aber derzeit noch nicht um eine aussergewöhnliche Lage.

Basel sieht zunehmend auch junge Betroffene

Am Universitätsspital Basel beobachten die Ärzte ebenfalls mehr hitzebedingte Notfälle. Zwar seien nach wie vor vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen betroffen.

Inzwischen müssten jedoch auch vermehrt jüngere, grundsätzlich gesunde Personen wegen Beschwerden infolge der Hitze behandelt werden. Die Versorgung sei trotz der Mehrbelastung jederzeit gewährleistet.

Kommentare

User #3374 (nicht angemeldet)

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Meinungsfreiheit

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