Nach Zetteli-Skandal: Eier-Spuck-Kellner hat seinen Job zurück
Der 17-jährige Kellner, der einer Gästin «Spuck rein» androhte, ist zurück im Job. Die Kundin sieht sich seither Hass im Netz ausgesetzt.

Das Wichtigste in Kürze
- Der suspendierte Kellner (17) arbeitet wieder im «Victor Lab» in Riccione (IT).
- Inhaber Luciano Colono gab dem Jugendlichen eine zweite Chance.
- Kundin Maria Clara (20) berichtet von Hass und Rassismus im Netz.
Der 17-jährige Kellner des Lokals «Victor Lab» in Riccione (IT) ist nach dreitägiger Suspendierung wieder an seinem Arbeitsplatz. Der Jugendliche war vom Dienst freigestellt worden, nachdem er auf einer Bestellung eine beleidigende Notiz notiert hatte. Diese geriet versehentlich and en Tisch – darauf stand: «Die hat mich echt sauer gemacht, verbrennt die Eier und spuckt rein.»
Der Vorfall hatte sich beim Frühstück ereignet. Maria Clara (20), eine Brasilianerin aus Florenz, war mit Mutter und Tante im Lokal und hatte durchgebratene Eier bestellt. Kurz darauf tauchte die Formulierung auf ihrem Kassenbon auf – offenbar als interne Notiz für die Küche gedacht.
«Zuerst haben wir gelacht, weil wir nicht glauben wollten, was wir sahen. Dann haben wir nach einer Erklärung gefragt», schilderte sie gegenüber der Zeitung «Il Resto del Carlino». Der Kellner habe versucht, den Beleg wieder einzustecken, während die Familie ihn zurückverlangte. Der Restaurantleiter entschuldigte sich in der Folge persönlich bei der Kundin.
Teenager-Kellner: «Es war ein Scherz»
Der 17-Jährige selbst erklärte laut Gast Clara, es habe sich um einen üblichen Scherz zwischen ihm und dem Koch gehandelt. Für die junge Brasilianerin war das keine Erklärung: «Aber für uns war das kein Spiel: In der Bestellung war von einem Gericht die Rede, das wir essen sollten.»
Nachdem der Fall publik geworden war, suspendierte Colono den Kellner für drei Tage. Diese Massnahme ist nun aufgehoben. Der Jugendliche sei von seinen Kollegen mit offenen Armen empfangen worden, sagte Colono gegenüber «La Repubblica»: «Wir fanden es richtig, dass er an seinen Platz zurückkehrt.»
Die Geschichte sei aufgebauscht worden, so der Inhaber weiter: «Wir vergeben ihm und haben ihn wieder eingestellt, weil wir alle Fehler machen.» Der Kellner selbst wollte sich laut Inhaber Colono nicht öffentlich äussern. Er leide unter der medialen Aufmerksamkeit, habe seinen Fehler aber eingesehen und sich entschuldigt.
Gast Maria: Habe nie eine Entlassung gefordert
Colono hatte zuvor selbst ein Video veröffentlicht, in dem ein Kunde scherzhaft die «Hausspezialität» – «Eier mit Spucke» – bestellte. Am Ende fragte der Beitrag die Nutzer, ob sie dem jungen Mann verzeihen oder ihn entlassen sollten. Das Video spaltete die Online-Community.
Maria Clara stellte klar, nie eine Entlassung gefordert zu haben. Ihr sei es um Verantwortung und eine Entschuldigung gegangen, nicht um eine Social-Media-Abstimmung über das Schicksal des Kellners.
Nachdem sie das Video kommentiert hatte, sei sie selbst online angefeindet worden: Sie habe Beleidigungen, Drohungen und rassistische Kommentare erhalten, weshalb sie nur mit Vornamen genannt werden wolle.
Eine öffentliche Anprangerung des Kellners lehnt sie ab: «Es steht mir nicht zu, über seine Entlassung zu entscheiden. Ich will ihn nicht an den Pranger stellen. Aber Alter kann einen Fehler nicht ungeschehen machen.» Eine direkte Entschuldigung würde für sie genügen.

















