Forscher setzen im Kampf gegen invasive Krabben Kraken in Adria aus
Nur wenige Tage alte Kraken und ein ausgewachsenes Weibchen sind am Montag im Meer vor der norditalienischen Badeortschaft Cesenatico in der Adria ins Meer befreit worden. Sie sollen dabei helfen, die Ausbreitung der Blaukrabbe einzudämmen.

Die invasive Art hat das ökologische Gleichgewicht im Meer belastet und in den vergangenen Jahren erhebliche wirtschaftliche Schäden für die Fischerei verursacht.
Die Freisetzung ist Teil des Projekts «Octo-Blu», das von der norditalienischen Region Emilia-Romagna gefördert und finanziert und gemeinsam mit der Universität Bologna durchgeführt wird. Untersucht wird, ob die Kraken als natürliche Feinde der Blaukrabbe zur Kontrolle der invasiven Art beitragen können. Insgesamt 150'000 junge Kraken sollen im Rahmen dieses Projekts eingesetzt werden.
In den vergangenen Jahren sammelten die Forscherinnen und Forscher Daten über das Verhältnis zwischen den beiden Arten und entwickelten die Methoden zur Haltung der Kraken weiter. Auf die Aussetzung soll eine wissenschaftliche Beobachtungsphase folgen. Dabei wollen die Forscher untersuchen, wie sich die freigelassenen Kraken entwickeln und ob sie tatsächlich dazu beitragen können, den Bestand der Blaukrabben zu begrenzen.
«Wir haben festgestellt, dass der Krake ein sehr starker Räuber von Krebstieren ist, insbesondere der blauen Krabbe», sagte der Meeresbiologe Antonio Casalini, der an dem Projekt beteiligt ist, laut Medien. Bereits 2025 wurden zunächst die Fortpflanzung der blauen Krabbe und ihre Ernährung untersucht. Im zweiten Projektjahr konzentrierten sich die Forscher auf das Jagdverhalten der Kraken.
Das Experiment sorgt allerdings auch für Kritik. Gegner befürchten, dass die Freisetzung einer grossen Zahl von Tieren das empfindliche Ökosystem der Adria verändern könnte. Die Forscher weisen diese Bedenken zurück. Der Krake sei in den Gewässern der Romagna bereits heimisch und werde dort auch in grossen Mengen gefischt. Eine dauerhafte Ausbreitung sei wegen seiner vergleichsweise kurzen Lebenszeit von durchschnittlich etwa zwei Jahren nicht zu erwarten.










