Nach 17 Jahren: Mörder frühzeitig entlassen - dann tötet er Meitli

    Simon Binz
    Simon Binz

    Rumänien,

    Ein verurteilter Mörder wird in Rumänien vorzeitig entlassen – nur ein Jahr später schneidet er einer 18-jährigen Schülerin im Rapsfeld die Kehle durch.

    Handschellen
    Ein Mann in Handschellen. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein rumänischer Mörder wurde nach 17 Jahren auf Bewährung freigelassen.
    • Nur ein Jahr später tötete er die 18-jährige Schülerin Alisia I. mit einem Taschenmesser.
    • Die Polizei spürte den Täter mit einer Wärmebildkamera im Rapsfeld auf.

    Hätte dieser Tod verhindert werden können? 20 Jahre lang sollte ein Mann hinter Gittern büssen, der einem anderen mit einer Axt den Schädel eingeschlagen hatte. Doch die rumänische Justiz liess ihn vorzeitig frei – mit fatalen Folgen.

    Bóné J. (39) sollte noch bis April 2027 im Gefängnis sitzen. Im Frühjahr 2025 entschied ein Gericht jedoch, er sei nicht länger gefährlich. Knapp ein Jahr nach seiner Entlassung wurde aus dem Mörder erneut ein Mörder.

    Praktikum im Rapsfeld endet tödlich

    Am vergangenen Freitagmorgen traf Bóné J. im 500-Einwohner-Dorf Parhida im Nordwesten Rumäniens auf die 18-jährige Schülerin Alisia I.

    Die Zwölftklässlerin einer Agrarschule absolvierte bei einem Landwirt ein Praktikum und hütete unter anderem Ziegen. Auch der vorzeitig entlassene Mörder verdiente sich auf dem Hof ein paar Euro.

    Auf dem Feld zerrte er die junge Frau in den blühenden Raps und tötete sie brutal. «Er schnitt ihr die Kehle durch», sagte ihr Vater Zsolt I. später unter Tränen im lokalen Fernsehen.

    «Sie konnten meine Tochter nicht retten.» Ausgerechnet in dem gelb blühenden Rapsfeld, in dem Alisia kurz zuvor noch für ein Foto in die Kamera gelächelt hatte, fand die Polizei ihre Leiche.

    Festnahme mit Wärmebildkamera

    Nach der Tat versuchte Bóné J. zu fliehen. Zurück hinter Gitter wollte er nicht. Stunden später entdeckten die Beamten ihn aus der Luft mit einer Wärmebildkamera. Zusammengerollt hatte er sich im Rapsfeld versteckt. Bei der Festnahme klebte Blut an seinem T-Shirt.

    In einer Videoaufnahme der Polizei gestand er die Tat. Mehrfach habe er der jungen Frau ein Sackmesser in den Hals gerammt. Laut Obduktionsbericht hatte sich Alisia heftig gewehrt, ihren Angreifer gebissen und gekratzt.

    Als Motiv vermuten die Ermittler Eifersucht. Bóné J. habe der 18-Jährigen immer wieder Avancen gemacht. Sie habe ihn jedes Mal abgewiesen. Der Fall sorgt in Rumänien für Entsetzen – und stellt einmal mehr die Frage, wie sicher vorzeitige Haftentlassungen wirklich sind.

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