Nach anderthalb Jahren mit ohnehin vergleichsweise lockeren Massnahmen sind in Schweden die allermeisten Corona-Beschränkungen aufgehoben worden.
Schweden
In Schweden galten lange keine strengen Ausgangsbeschränkungen aufgrund des Coronavirus. - afp

Das Wichtigste in Kürze

  • Schweden hebt fast alle Corona-Beschränkungen auf.
  • Seit heute Mittwoch gelten keine Teilnehmerobergrenzen mehr für Veranstaltungen.

Schweden machte zu Beginn der Corona-Pandemie mit seinem Sonderweg Schlagzeilen. Das Land verzichtete unter der Weisung von Staats-Epidemiologe Anders Tegnell auf Einschränkungen und setzte stattdessen auf Empfehlungen und nur sehr kleine Einschränkungen wie Personenobergrenzen bei Treffen.

Seit Mittwoch ist nun auch dies Geschichte. Es gelten in dem skandinavischen EU-Land keine Teilnehmerobergrenzen mehr für allgemeine Zusammenkünfte und Veranstaltungen wie Fussballspiele und Konzerte.

Anders Tegnell Schweden Coronavirus
Der schwedische Staatsepidemiologe Anders Tegnell. In einem Interview gestand er erstmals Fehler im Umgang mit dem Coronavirus ein. - Keystone

Auch grössere private Feiern wie Hochzeiten und Geburtstage sind damit wieder ohne Beschränkung der Gästezahl möglich. Die Empfehlung zum Arbeiten aus dem Homeoffice fällt ebenfalls weg. Wer Krankheitssymptome zeigt, sollte aber weiterhin zu Hause bleiben und sich auf das Coronavirus testen lassen.

Lockerungen dank fortschreitender Impfkampagne

Begründet hatten die schwedische Regierung und die Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten die Lockerungen mit der erfolgreich verlaufenden Impfkampagne. Bislang haben in Schweden mehr als 83 Prozent der Menschen im Alter von über 16 Jahren mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten, über 76 Prozent auch schon ihre zweite. Zuvor haben auch schon Dänemark und Norwegen die allermeisten Beschränkungen innerhalb ihrer Länder beendet.

Manche Empfehlungen bleiben in Schweden jedoch bestehen, insbesondere für Bürger, die bisher noch nicht vollständig gegen Covid-19 geimpft worden sind. Nicht-geimpfte Erwachsene sollten der Gesundheitsbehörde zufolge grosse Menschenaufläufe meiden und auch keinen engeren Körperkontakt mit Personen aus Risikogruppen sowie Älteren haben.

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