Unesco

    Meinungsfreiheit verschlechtert sich laut UNESCO stark

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Frankreich,

    Die UN-Kulturorganisation macht in einem Bericht auf die schwindende Meinungsfreiheit aufmerksam. Am besten sieht es noch in Nordamerika und Westeuropa aus.

    Meinungsfreiheit
    Der Index der Meinungsfreiheit ist laut Unesco zwischen 2012 und 2024 um zehn Prozent gefallen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Laut Unesco verschlechtert sich die Meinungsfreiheit in den letzten Jahren stark.
    • Der Index fiel zuletzt um zehn Prozent, was an Zeiten vor und während Kriegen erinnert.
    • Selbstzensur nimmt zu, so aber auch Einschränkungen durch Regierungen.

    Die freie Meinungsäusserung hat sich in den vergangenen Jahren nach einem Bericht der UN-Kulturorganisation Unesco weltweit deutlich verschlechtert.

    Der entsprechende Index (Freedom of Expression Index) sei zwischen 2012 und 2024 um zehn Prozent gefallen.

    Ein solch starker Abfall sei bisher nur in aussergewöhnlichen Zeiten beobachtet worden. Etwa im Ersten Weltkrieg, der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Besonders stark habe sich die Lage ab 2020 verschlechtert.

    Journalisten häufiger eingeschüchtert

    Der Unesco zufolge ist dies auch ein starker Indikator dafür, wie die Pressefreiheit abgeschwächt werde.

    Selbstzensur habe enorm zugenommen und werde zur neuen Norm. Medienschaffende vermieden zunehmend heikle Themen wie Korruption, Umweltverbrechen und Menschenrechte.

    Wie siehst du die Meinungsfreiheit in der Schweiz?

    Zugenommen hätten aber auch Einschränkungen der Medien durch Regierungen, etwa in Form von digitaler Überwachung.

    Zudem würden häufiger missbräuchlich Rechtsmittel genutzt, um Pressevertreter einzuschüchtern oder zum Schweigen zu bringen.

    Gesetze zu Verleumdung, Hassrede oder Fehlinformation würden teils gegen Reporterinnen und Reporter genutzt.

    Was Regierungen tun können

    Westeuropa und Nordamerika blieben die Berichts-Regionen, in denen die Lage weltweit am besten sei. Das sagt Ana Cristina Ruelas von der Unesco.

    Dennoch gebe es auch dort Einschränkungen. Am stärksten seien die Wissenschaftsfreiheit und die Freiheit im Kulturbereich gesunken.

    Dass die Situation sich verschlechtert habe, spiegelt der UNESCO zufolge breitere gesellschaftliche Trends wider.

    So seien Parlamente und die Justiz geschwächt worden, Polarisierung verschärfe sich, und öffentliches Vertrauen in Informationen nehme ab.

    Meinungsfreiheit
    Die Meinungsfreiheit verschlechtert sich laut UNESCO weltweit. Gründe sind Selbstzensur aus Angst oder Einschränkungen durch Regierungen. - keystone

    Laut Ruelas gibt es aber auch positive Entwicklungen. So entwickele sich mehr internationaler Investigativjournalismus, und die Zahl der anerkannten Bürgermedien habe zugenommen.

    Um die Meinungsäusserungsfreiheit und die Pressefreiheit zu bewahren, sollten Staaten der Expertin zufolge Journalisten schützen. Ebenso Rechtsstaatlichkeit und pluralistische Parlamente.

    Während das Überleben etlicher Medien in Gefahr sei, sei es zudem wichtig, Medienbildung und Medienentwicklung zu fördern.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #5116 (nicht angemeldet)

    Die Schweizer Medienlandschaft und Kommentarzensurwillkür steh im Ranking der Meinungsfreiheit gerade knapp vor Nordkorea.

    User #5064 (nicht angemeldet)

    Sehr geehrte SDA EU/Int. liesst hier bitte mal Schweizer Beiträge Respektive Komentare mit oder Bewertung Trust-Pilot.... Bin der festen überzeugung dass wen sie anständige Journalisten sind die sich an Berufsregeln halten, schockiert sein werdet bei dem was hier abgeht....

    Weiterlesen

    merz
    20 Interaktionen
    Besorgnis
    New York Times
    3 Interaktionen
    Pressefreiheit
    Cap Trump
    11 Interaktionen
    Äusserungen

    MEHR IN NEWS

    Tirana Protest
    Tirana
    1 Interaktionen
    Laufenburg AG

    MEHR UNESCO

    19 Interaktionen
    Petition eingereicht
    Unesco-Weltkulturerbe
    14 Interaktionen
    Paris
    Wien
    Busan/Wien
    3 Interaktionen
    Libanon

    MEHR AUS FRANKREICH

    a
    454 Interaktionen
    «Gerontonomie»
    a
    569 Interaktionen
    Frankreich-Proteste
    10 Interaktionen
    Paris
    Demo Frankreich
    569 Interaktionen
    Frankreich-Demos