Kapo Bern erklärt Mann für tot – plötzlich taucht er wieder auf
Die Kapo Bern erklärt einen Mann nach einem Zugunfall für tot – die Angehörigen werden entsprechend informiert. Plötzlich taucht er wieder auf.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Kantonspolizei Bern erklärt einen Mann nach einem Zugunfall für tot.
- Die Angehörigen werden entsprechend informiert – darunter die Schwester.
- Doch dann die Wende: Die Frau trifft ihren Bruder vor seinem Wohnhaus.
- Die Kantonspolizei Bern bezeichnet den Vorfall als Einzelfall.
Albtraum für eine Frau aus dem Oberaargau!
In der Nacht auf Mittwoch erfährt sie von der Kantonspolizei Bern, dass ihr Bruder bei einem Zugunfall zwischen Burgdorf und Langenthal ums Leben gekommen sei. Die Polizisten seien sich «zu 95 Prozent sicher». Nur die DNA-Analyse stehe noch aus. Die Identifizierung sei aufgrund von Tattoos und Muttermalen erfolgt.
«Es war ein riesiger Schock», wie die Frau gegenüber «20 Minuten» beschreibt.
«Vor mir stand mein Bruder»
Am Morgen geht sie zur Wohnung ihres Bruders – um nach einem Abschiedsbrief zu suchen. Als die Frau das Gebäude verlässt, erlebt sie eine Wendung, die alles auf den Kopf stellt.
«Vor mir stand mein Bruder auf der Strasse – in Fleisch und Blut», sagt die Frau. Sie ist fassungslos. Noch immer befinde sie sich in einem Schockzustand und fühle sich «verarscht».

Wie kann es zu diesem Irrtum kommen? In Gesprächen mit ihrem Vater und der Polizei wird das Missverständnis aufgedeckt.
Der Vater wartet am Dienstagabend auf seinen Sohn. Dieser ist auf dem Heimweg und sollte an einem Bahnhof zwischen Burgdorf und Langenthal ankommen.
Der Sohn erscheint jedoch nicht. Und weil der Vater gleichzeitig eine Durchsage über einen Personenunfall am Bahnhof hört, befürchtet er das Schlimmste. Der Vater schickt der Polizei deshalb Fotos seines Sohnes – darunter auch Bilder mit Tattoos und Muttermalen.
Die Kantonspolizei Bern bezeichnet den Vorfall gegenüber «20 Minuten» als Einzelfall.
Sprecher Philipp Gasser erklärt: «Nach dem Abgleich des Fotos sowie der weiteren Umstände und Hinweise war zu vermuten, dass es sich bei der verstorbenen Person um den Vermissten handeln könnte.» Die DNA-Analyse sei zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht abgeschlossen gewesen.
«Bevor die DNA ausgewertet werden konnte, stellte sich am folgenden Morgen heraus, dass es sich beim Verstorbenen nicht um den vermissten Mann gehandelt hat», so Gasser.
Kapo geht teilweise ohne hundertprozentige Sicherheit auf Angehörige zu
Die Kantonspolizei Bern versuche, verstorbene Personen jeweils so schnell wie möglich zu identifizieren. Bei konkreten Hinweisen und hoher Wahrscheinlichkeit müsse man manchmal auch ohne hundertprozentige Sicherheit auf Angehörige zugehen.
«Wenn die definitive Identifizierung, etwa mittels DNA, den ursprünglichen Verdacht nicht bestätigt, wird sofort mit den Angehörigen Kontakt aufgenommen», so Gasser.
Wer beim Bahnunfall zwischen Burgdorf und Langenthal ums Leben gekommen ist, ist laut Polizei weiterhin unbekannt. Die Kapo Bern geht davon aus, dass es sich um einen Suizid handelt.








