Kreml

    Kreml-Propagandist kritisiert Putin scharf – eingewiesen

    Ein kremltreuer Blogger kritisiert plötzlich Wladimir Putin und bezeichnet ihn als «Kriegsverbrecher». Kurz darauf wurde er in eine Psychiatrie eingewiesen.

    Wladimir Putin
    Ein ehemals linientreuer Blogger kritisierte Wladimir Putin scharf – kurz darauf wurde er in eine Psychiatrie eingewiesen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein russischer Propagandist wirft Putin plötzlich vor, ein «Kriegsverbrecher zu sein.
    • Der Präsident zerstöre das Land und solle zurücktreten.
    • Kurz nach dem möglichen Sinneswandel wurde er in eine Psychiatrie eingewiesen.

    Ilja Remeslo war jahrelang ein linientreuer russischer Blogger. Er lobte Wladimir Putin, bejubelte dessen Entscheide und denunzierte die Opposition. Dann plötzlich hatte er einen Sinneswandel und kritisierte den russischen Machthaber. Laut Medienberichten wurde er deswegen in eine Psychiatrie eingeliefert.

    Auf seinem Telegramkanal schrieb er, dass Putin als Präsident illegitim sei und vor ein Kriegsgericht gehöre. Putin habe das Land mit dem Ukraine-Krieg politisch und wirtschaftlich in die Sackgasse geführt. Er habe die Medienfreiheit erstickt und sei nun dabei, das Internet abzuschalten, klagte Remeslo.

    Er wirft Putin vor, sich mit «Ja-Sagern» und Dieben umgeben zu haben, sodass er nur höre, was er hören wolle. Die absolute Macht mache ihn korrupt. Der Ukraine-Krieg habe mehr als zwei Millionen Todesopfer gefordert. Und das ganze System werde zusammenbrechen, da es von innen heraus verrotte.

    Gegenüber dem britischen «Guardian» wiederholte Remeslo die Vorwürfe: «Putin sollte zurücktreten und als Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt werden.» Der Präsident zerstöre alles, das Land falle «buchstäblich auseinander».

    Die Aussagen führten zu zahlreichen Spekulationen. Denn der 42-jährige Jurist war in der Vergangenheit als Zeuge der Anklage in den Prozessen gegen Kremlkritiker Alexej Nawalny aufgetreten.

    Einweisung als Warnung an Andersdenkende?

    Leonid Wolkow, ein ehemaliger Mitarbeiter Nawalnys, glaubt dann auch nicht an einen Sinneswandel, sondern an einen Schachzug des Kremls. Auf X schreibt er, Remeslo mache niemals etwas umsonst. «Und er macht niemals etwas ohne Erlaubnis. Wir sollten die Theorie, dass er zur Vernunft gekommen ist, nicht in Betracht ziehen.»

    Unabhängig von den Motiven Remelos für die Kritik hat der Kreml reagiert: Wie das Internetportal «Fontanka» berichtet, wurde der Blogger in St. Petersburg in die Psychiatrie Nummer 3 eingewiesen. Angaben über die Gründe machte das Portal nicht.

    Glaubst du, dass Wladimir Putin Russland noch lange regieren wird?

    Die Reaktion der Behörden auf den Sinneswandel Remeslos dürfte auch als Warnung verstanden werden. Schon zu Sowjetzeiten wurden Nervenheilanstalten als Instrument zur Unterdrückung Andersdenkender missbraucht. Die Zwangsunterbringung zahlreicher Dissidenten dort diente dazu, sie zu diskreditieren und ihren Willen zu brechen.

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    Kommentare

    User #1037 (nicht angemeldet)

    Der Lohn wird wohl im Westen besser sein, gute Besserung. Was er sagt ist nichts neues schon 1000 und sonst wo gehört

    User #6311 (nicht angemeldet)

    Ihr Kommentar enthält eine unbegründete Verschwörungstheorie. Während der Artikel über Missbräuche in Russland berichtet, ist die Behauptung, dass die Schweiz ähnlich vorgehen würde, nicht durch Fakten gestützt. Bitte argumentieren Sie auf Basis von überprüfbaren Informationen.

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