Russische Grossstadt versinkt in Fäkalien

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Russland,

In der russischen Stadt Engels sprudelt das Abwasser aus der kollabierten Kanalisation auf die Strassen. Hunderttausende Menschen sind ohne fliessendes Wasser.

engels
In der russischen Stadt Engels sprudelt das Abwasser aus der Kanalisation auf die Strasse. - Screenshot X

Das Wichtigste in Kürze

  • In der russischen Stadt Engels ist das veraltete Abwassersystem kollabiert.
  • Strassen und Innenhöfe sind seit Wochen mit der stinkenden Brühe geflutet.
  • Auch die Trinkwasserversorgung wurde abgeschaltet.

In vielen russischen Städten und Dörfern ist die Infrastruktur veraltet und marode. In der Grossstadt Engels an der Wolga zeigt sich nun, wozu das führen kann. Lokale Medien schreiben von einer «Fäkalien-Apokalypse».

Ende April kam es am zentralen Schwerkraft-Abwassersammler zu einer Havarie. Seither fliesst das Abwasser aus der Kanalisation auf die Strassen. Bilder in den sozialen Medien zeigen Strassen und Innenhöfe, die teils knietief mit dem stinkenden Wasser geflutet sind.

Betroffen sind rund 200'000 Menschen. Sie versuchen, der Brühe mit Holzpaletten zumindest etwas ausweichen zu können.

Seit dem 8. Mai haben sie auch kein fliessendes Wasser mehr. Die Behörden sprachen anfänglich von einer Abschaltung der Wasserversorgung von drei Tagen, mittlerweile ist es schon eine Woche. Wasserflaschen sind in der Folge in den meisten Läden ausverkauft.

Die lokale Regierung hat reagiert und den Ausnahmezustand ausgerufen. Anfänglich aber verhinderten schwere Regenfälle die Reparaturarbeiten.

Gesundheitsbehörden warnen vor Infektionen

Eigentlich hätte das Abwassersystem von Engels bereits 2018 für rund vier Millionen Euro modernisiert werden sollen. Doch dazu kam es nie. Dafür wurden immer weitere Wohnanlagen und Geschäftsgebäude angeschlossen. Nun also ist das System endgültig kollabiert.

Hast du einen Trinkwasser-Vorrat für Notfälle zu Hause?

Aktuell versuchen die Behörden, das Trinkwassersystem wiederherzustellen. Dafür soll eine Hyperchlorierung angewendet werden. Mit einer kurzzeitigen massiven Erhöhung des Chlorgehalts soll das verunreinigte Wasser desinfiziert und wieder konsumierbar gemacht werden.

Bis das aber geschehen ist, raten die Behörden, das Wasser aus dem Hahn zu vermeiden. Selbst zum Waschen soll abgekochtes oder abgefülltes Wasser verwendet werden. Andernfalls besteht die Gefahr von Infektionen mit Hepatitis A.

Kommentare

User #2314 (nicht angemeldet)

Sind die Trychler schon am Trychlen?

User #4933 (nicht angemeldet)

Passt doch gut zu dem Land!

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