Krieg

    Durch Putins Krieg leeren sich Russlands Gefängnisse

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    Russland,

    Russland setzt im Krieg gegen die Ukraine verstärkt Häftlinge an der Front ein. Die Gefangenenzahl ist in fünf Jahren um 40 Prozent gesunken. Das hat Folgen.

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    Die Zahl russischer Gefangener sinkt stark, weil immer mehr Häftlinge für Putins Krieg gegen die Ukraine rekrutiert werden. (Symbolbild) - keystone

    Die Zahl der russischen Häftlinge ist in den vergangenen fünf Jahren stark zurückgegangen. Wie «Euronews» berichtet, sank sie von rund 465'000 auf noch etwa 282'000 Personen.

    Als Hauptgrund nennt der Leiter des russischen Strafvollzugsdienstes, Arkadi Gostew, die Rekrutierung von Häftlingen für den Ukraine-Krieg. Daneben spielen laut Gostew auch häufigere Bewährungsstrafen eine Rolle.

    Ist der Ukraine-Krieg bald zu Ende?

    Häftlingen wurden Armeevertäge angeboten, um im Krieg in der Ukraine zu kämpfen. Wer den Einsatz überlebte, dem wurde laut «Euronews» die restliche Haftstrafe erlassen.

    Produktion für den Krieg

    Zusätzlich arbeiten Tausende Gefangene in Produktionsstätten für die Rüstungsindustrie. Gostew erklärte, man habe zusätzlich 16'000 Häftlinge für diesen Zweck eingesetzt.

    Das Produktionsvolumen an Gefängnisstandorten habe 2025 rund 47 Milliarden Rubel betragen. Das entspricht umgerechnet etwa 503 Millionen Franken.

    Das russische Gefängnissystem geht aus den sowjetischen Arbeitslagern hervor. Es gehört zu den grössten der Welt, auch wenn die Häftlingszahlen seit 20 Jahren rückläufig sind.

    Gesellschaftliche Folgen

    Die Rückkehr ehemaliger Gefangener aus dem Krieg belastet laut «Euronews» das gesellschaftliche Klima. Gostew räumte ein, dass diese Rückkehrer zu einem Anstieg von Kriminalität und sozialen Spannungen beitrügen.

    Russische Soldaten Krieg
    Häftlingen wurden Militärverträge angeboten, um für Russland im Krieg gegen die Ukraine zu kämpfen. (Archivbild) - keystone

    Experten sehen darin ein strukturelles Problem für Russland, berichtet die «Deutsche Sacharow Gesellschaft». Rückkehrer seien kaum in das Zivilleben zu integrieren – weder der Staatshaushalt noch der Arbeitsmarkt sei dafür gerüstet.

    Das russische Haftsystem ist laut «Dekoder» ein direktes Erbe des sowjetischen Gulags und dient bis heute als Bestrafungs- und Arbeitsapparat. Dass Häftlinge nun in den Krieg ziehen, verändert diese Struktur fundamental und hinterlässt tiefe Spuren in der russischen Gesellschaft.

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    Kommentare

    User #2785 (nicht angemeldet)

    Ukraine hat bereits den Krieg verloren, mehr als 5 Männer sind eingekesselt, aber Selensky wird diesen nicht retten, er erzählt die Märchen den Westen.

    User #2028 (nicht angemeldet)

    Auch ein Grund, das RU kein Interesse hat aus der UA abzuziehen. Kriminelle und Schwerverbrecher würden dann direkt auf die eigene Gesellschaft losgelassen werden.

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