Mann bringt Berliner Flughafenhotel um 107'000 Euro
Mit einer erfundenen Krebsgeschichte soll ein 55-Jähriger ein Flughafenhotel um mehr als 100'000 Euro geprellt haben. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein 55-Jähriger lebte 16 Monate in einem Berliner Flughafenhotel.
- Im August 2024 verliess er die Unterkunft – ohne zu bezahlen.
- Die Summe beläuft sich auf über 107'000 Euro.
Rund 16 Monate lebte ein Mann mit seiner Familie in einem Berliner Flughafenhotel. Tag für Tag summierten sich die Übernachtungskosten weiter.
Bezahlt wurde davon allerdings gar nichts.
Jetzt muss sich der inzwischen 55-Jährige vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mitteilt, wird dem Mann gewerbsmässiger Betrug vorgeworfen. Der Schaden: Mehr als 100'000 Euro!
Krebsgeschichte sollte Mitleid erzeugen
Begonnen haben soll alles bereits im April 2023.
Laut der Anklage mietete der Mann damals ein Hotelzimmer für sich, seine Begleiterin und zwei Kinder im Berliner Stadtbezirk Treptow-Köpenick.
Um das Hotel von seiner Geschichte zu überzeugen, griff der 55-Jährige offenbar tief in die Trickkiste. So gab er an, an Krebs erkrankt und für eine Therapie an der Berliner Charité in Behandlung zu sein.
Ausserdem sei sein Wohnwagen abgebrannt, weshalb er «anderweitig unterkommen» müsse.
Und damit nicht genug: Laut der Staatsanwaltschaft erklärte er zudem, der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) werde sämtliche Hotelkosten übernehmen.
Offene Rechnung von rund 107'000 Euro
Als der Mann im August 2024 das Hotel wieder verliess, hatten sich gemäss «Bild» Kosten von rund 107'000 Euro angehäuft. Das sind umgerechnet rund 98'000 Franken.
Brisant: Gemäss den Ermittlern soll der Mann von Anfang an nie vorgehabt haben, das Geld tatsächlich zu bezahlen. Die Geschichte mit der Krebserkrankung war offenbar gelogen.
Michael Petzold, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, erklärt gegenüber der Zeitung: «Der Mann war zu keiner Zeit an Krebs erkrankt und auch nicht an der Charité in Behandlung gewesen.»
Im März 2026 klickten schliesslich die Handschellen. Der einschlägig vorbestrafte 55-Jährige wurde aufgrund eines Haftbefehls festgenommen. Vom Vollzug der Untersuchungshaft wurde er zwischenzeitlich verschont.





















