Wohnung zu teuer: Zugerin muss im noch teureren Hotel wohnen

Stephan Felder
Stephan Felder

Region Zug,

Seit Monaten lebt eine Zugerin mit ihrem Sohn im Hotel. Obwohl eine Wohnung bereitsteht. Der Sozialdienst blockt wegen der Miete.

Zug
Zug ist ein teures Pflaster. Der Sozialdienst des Kantons bezahlt einer Frau daher zwar keine Wohnung, dafür ein Hotelzimmer. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Mutter und ihr Sohn wohnen seit Monaten in einem Hotel – bezahlt vom Staat.
  • Eine verfügbare 3500-Franken-Wohnung wird vom Sozialdienst als zu teuer abgelehnt.
  • Fälle wie dieser häufen sich laut Ombudsstelle wegen fehlendem bezahlbarem Wohnraum.

Seit Monaten ist ein Hotelzimmer das Zuhause einer Frau aus dem Kanton Zug und ihres Sohnes. Erstaunlich: Die Unterbringung wurde vom Sozialdienst organisiert, aus Mangel an Alternativen auf dem Wohnungsmarkt.

Die Vorgeschichte: Nach rund 15 Jahren wurde die emotional belastete Frau aus ihrer bisherigen Wohnung polizeilich weggewiesen.

Seither lebt sie gemeinsam mit ihrem 18-jährigen Sohn in einem Hotel in Goldau. «Zentralplus» berichtete zuerst über den Fall.

Wegen hoher Miete zahlt Sozialdienst lieber Hotel

Eine dauerhafte Lösung scheint zwar in Sicht, doch sie scheitert an den Vorgaben des Sozialdienstes. Denn die Frau hat eine neue Wohnung gefunden: Drei Zimmer, monatlich 3500 Franken.

Für den Sozialdienst kommt das jedoch nicht infrage. Die Miete sei zu hoch und rechtlich kaum zu rechtfertigen. Stattdessen müsse die Betroffene weiter auf eine günstigere Lösung warten, wie aus dem aktuellen Bericht der Zuger Ombudsstelle hervorgeht.

Dabei ist die aktuelle Situation deutlich teurer: Rund 5500 Franken pro Monat kostet der Hotelaufenthalt. Dennoch bleibt der Umzug in die Wohnung vorerst ausgeschlossen.

Der Fall steht exemplarisch für ein wachsendes Problem. Laut Ombudsstelle sehen sich Sozialdienste immer häufiger gezwungen, Betroffene vorübergehend in Hotels unterzubringen: Es fehlt an bezahlbaren Wohnungen und Notunterkünften.

Verstehst du das Vorgehen des Zuger Sozialdienstes?

Hintergrund sind klare Richtlinien: Für einen Zwei-Personen-Haushalt gelten gemäss Schweizerischer Konferenz für Sozialhilfe Mietkosten von etwa 1700 Franken als angemessen. Alles darüber hinaus wird in der Regel nicht übernommen.

Gleichzeitig zeigt der Bericht auch: Um genau solche teuren Zwischenlösungen zu vermeiden, schöpfen Sozialdienste ihren Spielraum bei den Mietkosten zunehmend stärker aus. Denn langfristig ist die Unterbringung im Hotel für alle Beteiligten die ungünstigste Option.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #1521 (nicht angemeldet)

auch hier in Nähe von Bern eine 3 zmr Wohnung im alten sarnierten Haus 60m2 1510 und das mit Referenzzins 1.25. Meine Wohnung etwa gleicher Stand auch 60m2 für 1390. Ich dachte die Rendite darf nicht grösser sein, also wie kann es so eine Differenz sein, meine Miete ist zum Refenzzins von 1,5... müsste also noch billiger sein... Ich finde die Mieten irgendwie wie eine Lotterie... je nach dem, wer sie vermietet... selbst wenn die Rendite scheinbar nicht grösser werden darf, kann man irgendwelche Kosten noch anhängen..., ob die Kosten real sind...

User #1369 (nicht angemeldet)

Und der Sohn ist wegen der Mutter belastet und auch Arbeitsunfähig???

Weiterlesen

1 Interaktionen
250'000
Luxuswohnung
48 Interaktionen
Keine Reichen mehr?
Kanton Aargau
3 Interaktionen
Aarau
Nachhaltigkeit
190 Interaktionen
Nachhaltigkeit

MEHR WOHNWELT

3 Interaktionen
Starke Zunahme
Gesundheitszentrum für das Alter in Zürich-Leimbach
5 Interaktionen
Zürich

MEHR AUS ZUG

Baar
Zug
Car Luzern
1 Interaktionen
Weiterfahrt untersagt