Die Entspannung in der Corona-Pandemie über den Sommer bleibt laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach in diesem Jahr aus. Dafür gibt es verschiedene Gründe.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach rät Älteren und Vorerkrankten zur Auffrischungsimpfung.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach rät Älteren und Vorerkrankten zur Auffrischungsimpfung. - Sina Schuldt/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Älteren und Menschen mit Vorerkrankung zu einer Auffrischungsimpfung geraten.

«Die angekündigte Sommerwelle ist leider Realität geworden. Das bedeutet auch für die nächsten Wochen wenig Entspannung», sagte Lauterbach der «Rheinischen Post». Der bisher beobachtete Sommereffekt in der Pandemie verpuffe diesmal. Grund dafür sei unter anderem, dass die aktuell zirkulierende Virusvariante sehr leicht übertragbar sei. Ausserdem seien fast alle Vorsichtsmassnahmen ausgelaufen, erläuterte Lauterbach der Zeitung.

«Älteren und Vorerkrankten empfehle ich daher dringend, sich nochmal impfen zu lassen.» Dies verhindere nicht unbedingt eine Infektion, aber es verhindere schwere Krankheitsverläufe.

Steigende Inzidenz

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen bei 447,3. Dies bedeutete einen markanten Sprung im Vergleich zu 331,8 am Vortag. (Vorwoche: 199,9; Vormonat: 477,0).

Auch der Vorsitzende des Virchowbundes, Dirk Heinrich, rief zur Impfung auf - vor allem jene, die noch keinen Impfschutz haben. «Wer noch nicht geimpft ist, sollte sich jetzt impfen lassen, um eine schwere Erkrankung zu vermeiden», sagte Heinrich der «Rheinischen Post». Der Virchowbund ist ein Verband, der die Interessen der niedergelassenen Ärzte vertritt. Auch Heinrich wies darauf hin, dass sich Ältere oder Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, eine Auffrischungsimpfung abholen sollten. Die Politik rief er dazu auf, Vorbereitungen für den Herbst zu treffen.

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