Mann klagte wegen Lärm: Geburtshaus muss wichtigen Raum schliessen
Ein Geburtshaus im deutschen Trier darf einen zentralen Raum nicht mehr für Geburten nutzen. Ein Anwohner hatte wegen zu lauter Schreie geklagt – mit Erfolg.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Anwohner eines Geburtshauses in Deutschland ist wegen der Schreie vor Gericht gezogen.
- Der wichtigste Raum mit Wanne darf deshalb nicht mehr genutzt werden.
- Besonders tragisch: Das Geburtshaus kann nun weniger Familien aufnehmen.
m Geburtshaus in der Stadt Trier bringen auch Familien aus dem Nordsaarland ihre Kinder zur Welt. Doch ausgerechnet das Herzstück der Einrichtung steht nun nicht mehr für Geburten zur Verfügung. Der Grund ist eine Lärmbeschwerde eines Anwohners.
Er fühlte sich durch die Schmerzschreie der gebärenden Frauen gestört und zog vor Gericht. Das Verfahren landete beim Verwaltungsgericht – und brachte das Geburtshaus-Team in Bedrängnis. Darüber berichtet die «Tagesschau».
Obwohl es letztlich kein formelles Urteil gab, wurde im Verfahren deutlich signalisiert, dass der Raum künftig nicht mehr genutzt werden dürfte. Laut der Trierer Bürgermeisterin Britta Weizenegger drohte im schlimmsten Fall sogar der Entzug der gesamten Baugenehmigung – und damit die Schliessung der Einrichtung.
Über 15'000 Euro in Geburtsraum investiert
Um dieses Risiko zu vermeiden, einigten sich die Stadt und der Kläger auf einen Kompromiss: Der Raum darf künftig nur noch für Vorsorgeuntersuchungen genutzt werden, nicht mehr für Geburten.
Für das Team des Geburtshauses ist das ein schwerer Schlag. Fachliche Leiterin Sarah Wolff sagte, man habe die Nachricht zunächst kaum glauben können. Besonders für werdende Familien sei die Situation schwierig.
Dabei ist der betroffene Raum zentral für die Arbeit der Hebammen. Über 15'000 Euro investierte das Team in die Einrichtung. Der Raum verfügt über eine Geburtswanne – und genau diese wurde von den meisten Familien genutzt.

Nach Angaben der Leitung entschieden sich rund 90 Prozent der Frauen im Geburtshaus für eine Wassergeburt in diesem Raum. Ohne ihn können nun weniger Geburten betreut werden.
Geburtshaus sucht mit Stadt nach Lösung
Die Einrichtung befindet sich im vierten Stock einer Seniorenanlage der Arbeiterwohlfahrt. Trotz der aktuellen Einschränkung will das Team am Standort festhalten. Gemeinsam mit der Stadt wird nun geprüft, ob sich eine Lösung finden lässt, um den Raum doch wieder für Geburten nutzen zu können.












