Russischen Angaben zufolge sind die Fluchtkorridore aus Azovstal geöffnet – die Ukrainer behaupten, dass Russland angreife. Noch sind Zivilisten auf dem Areal.
azovstal
Ein Satellitenbild des Stahlwerks Azovstal, aufgenommen am 4. Mai 2022. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Gemäss russischen Angaben sind die Fluchtkorridore aus Azovstal in Mariupol geöffnet.
  • Den Ukrainern zufolge hat Russland aber bereits mit dem Sturm auf Azovstal begonnen.
  • Noch befinden sich rund 200 Zivilistinnen und Zivilisten auf dem Gelände.

Russischen Angaben zufolge haben Zivilisten in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol seit Donnerstagmorgen die Möglichkeit zur Flucht aus dem belagerten Stahlwerk Azovstal. Zwar werde Azovstal weiter von russischen Truppen blockiert, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

«Aber es gibt auch Fluchtkorridore, die heute und in diesen Tagen funktionieren.» Sowohl die russische als auch die ukrainische Seite haben bis einschliesslich Samstag täglich mehrstündige Feuerpausen zugesichert. Ob am Donnerstag tatsächlich schon Menschen fliehen konnten, war aber zunächst unklar.

Noch 200 Zivilisten auf dem Areal

Am vergangenen Wochenende waren mehr als 150 Zivilisten aus Azovstal gerettet worden. Weitere Versuche von Evakuierungen aus der Grossstadt am Asowschen Meer, die weitgehend von russischen Truppen eingenommen ist, scheiterten aber. Rund 200 Zivilisten sollen weiter in den Bunkeranlagen des Werks ausharren.

Nach Angaben ebenfalls auf dem Gelände verschanzter ukrainischer Kämpfer haben russische Soldaten und prorussische Separatisten bereits mit dem Sturm auf Azovstal begonnen. Der Kreml dementierte das am Donnerstag erneut: «Der Präsident und Oberbefehlshaber (Wladimir Putin) hat befohlen, von einem Sturm abzusehen», sagte Sprecher Peskow. «Der Oberbefehlshaber hat keinerlei andere Befehle gegeben.»

Mehr zum Thema:

Kreml