Brexit

    Klare Absage an Johnson: Brüssel beharrt auf Brexit-Regeln

    Keystone-SDA
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    Grossbritannien,

    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte gegenüber Boris Johnson erneut klar, dass die EU keine Änderungen am Nordirland-Protokoll akzeptiere.

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    Boris Johnson und Ursula von der Leyen - POOL/AFP

    Im Streit über die Brexit-Sonderregeln für Nordirland bahnt sich eine Eskalation an. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen machte am Donnerstag dem britischen Premierminister Boris Johnson deutlich, dass die EU eine Änderung der vereinbarten Regeln ausschliesst.

    «Wir werden nicht neu verhandeln», teilte sie nach einem Telefonat mit Johnson mit. Die EU wird demnach weiter flexibel sein und kreative Lösungen für Probleme ermöglichen - die Lösungen müssen aber innerhalb des sogenannten Nordirland-Protokolls gefunden werden.

    Nach Angaben eines Sprechers hatte Johnson in dem Telefonat noch einmal persönlich für «wesentliche Änderungen» an dem Protokoll geworben. Durch die bestehenden Mechanismen hätten keine Lösungen für die derzeitigen Probleme gefunden werden können, hiess es. Auch bei der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel warb Johnson einer Mitteilung zufolge am Donnerstag telefonisch für die Nachverhandlungen.

    Warenkontrollen an Grenzen sollen fallen

    Konkret will Grossbritannien die Warenkontrollen für Lebensmittel und andere Güter zwischen Nordirland und dem Rest des Vereinigten Königreichs weitgehend wieder loswerden. Die Kontrollen hatten beide Seiten im Brexit-Abkommen vereinbart, um eine harte Grenze zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Republik Irland zu verhindern. Ansonsten wird mit einem Wiederaufflammen des Konflikts in der ehemaligen Bürgerkriegsregion gerechnet.

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    Ein Strassenschild mit der Aufschrift «Willkommen in Nordirland» an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland. Foto: Peter Morrison/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Sollte Grossbritannien sich dauerhaft nicht an Kontrollregeln halten, muss es mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof und am Ende auch mit Sanktionen der EU rechnen. Die Grundlage für die Klage hat Brüssel bereits im März mit der Einleitung eines sogenannten Vertragsverletzungsverfahrens gelegt.

    Dieses könnte demnächst vorangetrieben werden, indem die Kommission eine mit Gründen versehene Stellungnahme nach London schickt. Dabei würde es sich um eine förmliche Aufforderung handeln, sich an die vertraglichen Absprachen zu halten. Bleibt Grossbritannien daraufhin immer noch stur, kann die Kommission den Gerichtshof mit dem Fall befassen.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die EU schliesst eine Neuverhandlung des Nordirland-Protokolls aus.
    • Ursula von der Leyen sprach in einem Telefonat mit Boris Johnson offenbar Klartext.

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