Timmy hat sich laut Umweltminister in die richtige Richtung gedreht

Der Plan für den Transport des Wals «Timmy» erhält grünes Licht. Dieser soll am Dienstag oder Mittwoch stattfinden. Alle Entwicklungen im Nau.ch-Ticker.

dpatopbilder - Eine Rinne führt vom Wal in tieferes Gewässer (Aufnahme aus einem Flugzeug). Der vor etwa drei Wochen bei Wismar gestrandete Buckelwal liegt weiterhin im Flachwasser fe...
dpatopbilder - Eine Rinne führt vom Wal in tieferes Gewässer (Aufnahme aus einem Flugzeug). Der vor etwa drei Wochen bei Wismar gestrandete Buckelwal liegt weiterhin im Flachwasser fe... - Keystone/dpa/Philip Dulian

Das Wichtigste in Kürze

  • Buckelwal «Timmy» soll in einem Transportkahn zur Nordsee gebracht werden.
  • Die Privatinitiative erhält grünes Licht für das Transportkonzept.
  • Der Wal soll am Dienstag oder Mittwoch mit einem Lastkahn starten.

Der vor der Ostsee-Insel Poel gestrandete Buckelwal «Timmy» soll in einem Transportkahn tagelang bis in die Nordsee geschleppt werden. Das sagte der technische Leiter der privaten Initiative für einen Transport des Tiers, Felix Bohnsack.

Demnach soll der Buckelwal an Fehmarn vorbei bis zur mehr als 400 Kilometer entfernten Nordsee bei Skagen gebracht werden. Dort werde man den Zustand des Tiers bewerten und «schauen, wie die Reise überstanden wurde», so Bohnsack.

Das Konzept der privaten Initiative hat inzwischen auch grünes Licht aus Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium bekommen. Das sagte Till Backhaus (SPD) am Samstag im Hafen von Kirchdorf.

Kann Timmy noch gerettet werden?

Das Konzept werde geduldet – die Verantwortung liege weiterhin bei der Initiative. Nach Eindruck der beteiligten Tierärztinnen sei das Tier transportfähig.

Alle Entwicklungen im Nau.ch-Ticker:

Lastkahn für Wal-Transport ist im Nord-Ostsee-Kanal

20.42: Der für den Transport von Timmy vorgesehene Lastkahn ist im Nord-Ostsee-Kanal. Vom Schubboot «Hans» geschoben fuhr die sogenannte Barge am Sonntagabend an Hohenhörn vorbei.

Zuvor hatte Constanze von der Meden von der privaten Rettungsinitiative bestätigt, dass es sich um den entsprechenden Verband handelt. Die Barge soll vor Poel den dort festsitzenden Wal samt Wasser aufnehmen und dann durch einen Schlepper gezogen Richtung Nordsee transportieren.

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Ein Lastkahn, geschoben von dem Schubschiff «Hans» fährt auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Hohenhörn. Die sogenannte Barge, die für den Transport des Wals durch die Ostsee in die Nordsee vorgesehen ist, soll kommende Nacht oder Montagfrüh an der Insel Poel ankommen. - keystone

Mit der Ankunft der Barge am Einsatzort rechnete die Initiative Sonntagnacht beziehungsweise Montagfrüh. Grössere Umbauarbeiten an dem Lastkahn stehen nach Aussage des beteiligten Tauchunternehmers Fred Babbel nicht mehr an.

Das sei zuvor schon in einer Werft passiert. «Die haben dort Tag und Nacht gearbeitet.» Neben ein paar anderen Vorbereitungen müsse nur noch ein Schott gewechselt werden. Das soll laut Babbel in Wismar passieren. Auf die Wismarer Werft müsse die Barge dafür aber nicht.

Um in die Wismarbucht zu gelangen, soll die Barge den Nord-Ostsee-Kanal passieren. Auf Seite der Ostsee steht laut Babbel vor Kiel bereits der Schlepper «Robin Hood» bereit, um die Barge weiterzuziehen. Der eigentliche Abtransport des Wals war zuletzt für Dienstag geplant. Für den Abtransport soll laut Babbel wiederum ein anderes Schiff die Barge an den Haken nehmen.

Retter äussern sich hoffnugnsvoll

19.11: Das Rettungsteam hat ein insgesamt hoffnungsvolles Bild vom Zustand des Buckelwals Timmy gezeichnet. Trotz der langen Zeit im Flachwasser sehen die Helfer weiterhin gute Chancen, den Wal zu retten, wie die «Bild»-Zeitung berichtet.

Meeresbiologe Pedro Baranda betonte demnach, Timmy verfüge noch über viel Energie.

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Helfer sind beim gestrandeten Buckelwal vor der Ostseeinsel Poel im Einsatz. - keystone

Nach Einschätzung der Beteiligten hat Timmy noch ausreichende Kraftreserven, schreibt die «Bild»-Zeitung weiter. Das Team arbeitet deshalb weiterhin intensiv daran, den Wal sicher zurück ins offene Meer zu bringen.

Timmy bekommt Medizin aus der Giesskanne

17.54: Helfer waren am Nachmittag erneut im direkten Einsatz bei Buckelwal Timmy. Dem Tier wurde dabei eine konzentrierte Glukose- und Salzlösung verabreicht, wie die «Bild»-Zeitung berichtet. Dies mit einer grünen Giesskanne direkt ins Maul.

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Helfer versorgen den gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel und flössen dem Tier Flüssigkeit mit einer Giesskanne und einem Schlauch ein. - keystone

Gleichzeitig wurde demnach die Fahrrinne, durch die Timmy später geleitet werden soll, weiter verbreitert.

Tierschutzorganisation: Für Wildtiere bedeut Kontakt zu Menschen immer Stress

16.26: Seit Tagen sind sehr häufig Menschen in unmittelbarer Nähe des Buckelwals, zudem lärmen Boote und technisches Gerät. Der Wal scheint das gelassen und ruhig hinzunehmen – Experten zufolge kann dieser Eindruck aber schwer täuschen.

Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) betonte, dass Kontakt zu Menschen für Wildtiere immer Stress bedeute. Das sei auch bei Meeressäugern wie Robben und Walen so. Ein physisches Eingreifen direkt am Wal solle nur in Ausnahmesituationen, mit möglichst wenig Einsatzkräften und für kurze, gezielte Massnahmen erfolgen.

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Seit Tagen sind sehr häufig Menschen in unmittelbarer Nähe des Buckelwals, zudem lärmen Boote und technisches Gerät. - keystone

«Wildtiere sind grundsätzlich nicht an Menschen gewöhnt, das heisst, jede Annäherung und insbesondere Lärm bedeuten enormen Stress und lösen meistens Fluchtverhalten aus», hiess es auch vom Deutschen Meeresmuseum. «Die Möglichkeit der Flucht hat der Buckelwal in seiner jetzigen Lage nicht, was die Situation für ihn noch dramatischer macht.»

Gut wäre ein kompetentes und erfahrenes Team vor Ort mit Tierarzt, Biologen, Bootsführer, dem die Verantwortung übertragen werde, sagte der Meeresbiologe Boris Culik, früher beim Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. «Aktuell haben wir eine Kakophonie aus wechselnden vermeintlichen Experten, deren Befähigung und Erfahrungen niemand hinterfragt.»

Timmy hat sich laut Umweltminister in die richtige Richtung gedreht

15.38: «Wir sind froh, dass der Wal in der Mulde liegen geblieben ist. Und das ist interessant: Er hat sich 90 Grad gedreht – und zwar in die richtige Richtung. Er bereitet sich scheinbar seelisch und moralisch auf die Abfahrt vor», sagt Umweltminister Backhaus gegenüber der «Bild»-Zeitung.

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Helfer spritzen Wasser auf den gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel und wollen damit, sowie feuchten Laken, die Haut des Tieres schützen. - keystone

Auch sind zurzeit mehrere Helfer beim Buckelwal. Sie spritzen Wasser auf den gestrandeten Buckelwal und wollen damit, sowie feuchten Laken, die Haut des Tieres schützen.

Neuer Trubel für den Wal: Transport im Stahlbecken steht an

15.12: Sein Transport Richtung Nordsee soll frühestens Dienstag anstehen – Ruhe für den vor der Ostsee-Insel Poel im Flachwasser liegenden Walbullen bedeutete das am Wochenende aber nicht. Immer wieder waren tagsüber Leute direkt am geschwächten Tier, darunter Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Am Sonntag fuhr er morgens per Boot zum Wal und fasste ihn an.

«Wir haben uns entschieden, doch noch mal rauszufahren zu ihm», sagte er anschliessend. Backhaus fand es nach eigener Aussage «hochinteressant». Schon am Freitag hatte er gesagt, er sei direkt an ihm – dem Wal – dran gewesen.

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Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD, l) informiert sich am gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel über den Zustand des Tieres. - keystone

Man wolle Blut abnehmen, Wasser verabreichen, womöglich auch Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine, sagte die an der Privatinitiative zum Transport des Wals beteiligte Kleintierärztin Kirsten Tönnies. Das nach anfänglichen Schätzungen zwölf Tonnen schwere Tier habe deutlich abgenommen, werde von der Initiative aber weiter als transportfähig eingestuft, sagte Backhaus. «Er wird von heute auf morgen jedenfalls nicht sterben.»

Timmy soll durch Rinne auf Kahn schwimmen

15.05: Der für den Transport des rund zwölf Meter langen Buckelwals vorgesehene Lastkahn sollte nach Angaben aus dem Team der Initiative Sonntagnacht oder Montagfrüh ankommen. Der eigentliche Transport mit der sogenannten Barge sei für Dienstag geplant, sagte der an dem privaten Versuch beteiligte Tauchunternehmer Fred Babbel.

Der Walbulle soll in eine Art stählernes Aquarium gesperrt tagelang bis in die mehr als 400 Kilometer entfernte Nordsee oder sogar in den Atlantik transportiert werden. Vor Poel werde noch die Zufahrt vom Wal bis in die tiefere Fahrrinne verbreitert, sagte Babbel am Sonntagvormittag. «Wir sind da noch beim Arbeiten, beim Spülen, Saugen.»

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Eine Rinne führt vom Wal in tieferes Gewässer (Aufnahme aus einem Flugzeug). - keystone

Der Wal soll durch eine mehr als hundert Meter weit gebaggerte Rinne auf den Kahn schwimmen. «Für ein Wildtier ist das schon ziemlich komfortabel im Rahmen unserer Möglichkeiten», meinte Tönnies zu dem Becken.

Start des Transports Dienstag oder Mittwoch

14.57: Der Plan sieht vor, den zwölf Tonnen schweren Walbullen mit einer Art Lastkahn, einer sogenannten Barge, zu transportieren.

Die an der Aktion beteiligte Kleintierärztin Kirsten Tönnies erklärte, mit dem Transport des Wals bald zu beginnen. Dieser könnte voraussichtlich zwischen Dienstag und Mittwoch mit einem Lastkahn starten.

Derzeit befindet sich die Barge noch nicht vor Poel. Nach Angaben von Bohnsack befand sie sich am Samstagabend bei Hamburg. Sie solle demnach am Sonntag in Poel ankommen und dort für den Transport umgebaut werden.

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Der vor über drei Wochen bei Wismar gestrandete Buckelwal liegt weiterhin im Flachwasser. - keystone

An der benötigten mehr als 100 Meter langen Rinne war bereits gebaggert worden. Sie soll weitgehend fertig sein, hiess es schon am Samstagmorgen aus dem Team. Der vier bis sechs Jahre alte Wal soll durch die Rinne auf den absenkbaren Kahn gelotst werden.

Timmy soll mit Tracker überwacht werden

14.39: Sollte der Wal wieder allein losschwimmen, wird ein bereits befestigter Tracker seine Position übermitteln. Falls er kommende Woche nicht auf den Kahn möchte, kann seine weitere Bewegung dennoch verfolgt werden.

Allerdings gibt es dabei ein gravierendes Problem: Der Tracker funktioniere nicht unter Wasser, sagte Backhaus. Sollte der Wal also abtauchen oder ertrinkend auf den Grund sinken, wäre er wohl nicht mehr zu erfassen. An einer neuen Lösung werde gearbeitet, so der Minister.

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Der mit den Baggerarbeiten beauftragte Unternehmer Fred Babbel steht auf einer schwimmende Plattform, von der Big Bags voll Sand neben dem gestrandeten Buckelwal ins Wasser gesetzt worden sind. - keystone

Am Vormittag waren rund 40 mit Sand gefüllte sogenannte Big Bags verladen worden. Sie wurden mit einem Schwimmponton in die Kirchsee-Bucht bugsiert.

Dann wurde begonnen, sie am Wal zu platzieren. Als Barriere sollen sie verhindern, dass er sich bei steigenden Wasserständen noch weiter in die Flachwasserzone hineinbewegt.

Kann Timmy bei steigendem Wasserpegel selber losschwimmen?

14.07: Heute Sonntag sollte es höhere Wasserstände geben als in den Tagen zuvor. Schon einmal – am Montag – war das Tier bei steigendem Wasserstand plötzlich losgeschwommen.

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Der Wal liegt in einer freigespülten Kuhle vor der Insel Poel (Aufnahme aus einem Flugzeug) - keystone

Der Buckelwal war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden: Am 3. März tauchte er im Hafen von Wismar auf.

In den mehr als 50 Tagen seither lag er zu deutlich mehr als der Hälfte der Zeit in Flachwasserzonen. Experten vermuten, dass er sie gezielt immer wieder aufgesucht haben könnte, weil er schwer erkrankt Ruhe suchte.

Kommentare

User #1024 (nicht angemeldet)

Für die sind deren regierungen zu ständig.

User #3725 (nicht angemeldet)

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