Kirchen thematisieren Corona und Leid von Flüchtlingen

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Deutschland,

Die Sorgen in der Pandemie überschatten auch das «Fest der Liebe». In ihren Weihnachtspredigten sprechen Vertreter der Kirchen über damit verbundene Nöte, auch das Leid der Flüchtlinge ist Thema.

Vertreter der Kirchen haben in Weihnachtsgottesdiensten die Corona-Pandemie und Flüchtlinge in den Mittelpunkt gerückt. Foto: David Inderlied/dpa
Vertreter der Kirchen haben in Weihnachtsgottesdiensten die Corona-Pandemie und Flüchtlinge in den Mittelpunkt gerückt. Foto: David Inderlied/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Vertreter der Kirchen haben zu Weihnachten Erschwernisse der Corona-Pandemie und das Schicksal von Flüchtlingen in den Mittelpunkt gerückt.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sieht angesichts der Pandemie noch kein Ende der gesellschaftlichen Debatten. «Wir feiern Weihnachten in einer Zeit vieler verwundeter Seelen», sagte Kohlgraf nach einem vorab verbreiteten Text seiner Weihnachtspredigt am Samstag im Mainzer Dom. Die einen seien selbst an dem Virus erkrankt, hätten Sorge um ihre berufliche und existenzielle Zukunft oder einen Menschen durch den Tod verloren. Andere fühlten sich verletzt durch ihnen nicht einsichtige Corona-Regeln, sie fühlten sich ausgegrenzt und herabgesetzt. Die Folgen seien laut wahrnehmbar.

Ansprache über Selbstzweifel

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sprach in seiner Weihnachtspredigt über Selbstzweifel. Viele Menschen auch in privilegierten Gesellschaften wie Deutschland litten darunter, sagte der Limburger Bischof am Samstag im Limburger Dom. Er frage sich, wie es dann erst denjenigen gehen müsse, denen die Lebensgrundlagen systematisch entzogen würden. «Die flüchten müssen, weil Versteppung und Dürre, Fluten und andere Katastrophen ihren Lebensraum vernichten oder weil sie seit Kindertagen immer nur Krieg und Angst kennen - und dann an den Grenzen Europas auch noch benutzt werden im Kalkül eines autokratischen Machthabers.»

Damit spielte Bätzing auf die Lage der zwischen Belarus und Polen gestrandeten Flüchtlinge an. Weiter fragte Bätzing: «Wie kommen die mit sich selbst klar, denen man nachstellt, nur weil sie beeinträchtigt sind, eine andere Hautfarbe haben, eine andere Geschlechtsidentität, weil sie anders glauben oder einer anderen kulturellen Prägung angehören?» Der Glaube könne helfen, sich selbst zu akzeptieren, sagte Bätzing. Denn nach christlicher Überzeugung dürfe sich jeder Mensch so wie er sei von Gott angenommen fühlen.

Der Fuldaer Bischof Michael Gerber erneuerte in seiner Weihnachtspredigt seinen Impfaufruf. Wer im kalten Nebel ohne angemessene Kleidung unterwegs sei, gefährde die eigene Gesundheit, wer ohne Scheinwerfer fahre, zudem auch andere, betonte er. Präventive Schutzmassnahmen und insbesondere die Impfung könne man auch als einen Akt der Dankbarkeit gegenüber Gott verstehen. «Schliesslich hat er uns den Verstand gegeben, mit dem wir Ursachen erforschen und Gefahren abwenden können», betonte Gerber. «Das Vertrauen auf Gott ersetzt nicht einfach das Vertrauen in die Medizin.»

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