Lindt verhandelt mit Edeka und kündigt Preissenkungen an
Lindt verhandelt mit Edeka über Lieferkonditionen und kündigt gleichzeitig Preissenkungen für Weihnachtsprodukte an.

Lindt steht mit Edeka in Verhandlungen über die Konditionen für das kommende Weihnachtsgeschäft, berichtet die «T-online». Im Zentrum stehen dabei Liefermengen, Preisgestaltung und die Planung der saisonalen Sortimente im Handel.
Nach Informationen der «Lebensmittelzeitung» hat Edeka bislang keine Weihnachtsbestellungen für Lindt-Produkte aufgegeben. Diese Verzögerung trifft auf eine Phase, in der die Sortimentsplanung im Lebensmitteleinzelhandel üblicherweise bereits weit fortgeschritten ist.
Üblicherweise werden Weihnachtsartikel im Juni und Juli bestellt und ab Spätsommer ausgeliefert. Durch die ausstehenden Bestellungen verschiebt sich die Produktions- und Dispositionsplanung beim Hersteller spürbar nach hinten.
Druck im saisonalen Geschäft
Der «Chip» zufolge wirkt das zuletzt schwächere Ostergeschäft in den aktuellen Verhandlungen nach. Händler berichten demnach von zurückhaltender Nachfrage bei hochpreisiger Schokolade im Saison- und Alltagsgeschäft.
Parallel gewinnt der Preis als Kaufkriterium im Supermarkt an Bedeutung, insbesondere im Premiumsegment. Laut dem Bericht zeigt sich im Handel eine zunehmende Verlagerung hin zu günstigeren Alternativen und Eigenmarken im Regal.
Diese Entwicklung erhöht den Wettbewerbsdruck auf Markenhersteller wie Lindt zusätzlich im Handel. Sie wirkt sich unmittelbar auf die Konditionenverhandlungen mit grossen Handelsketten aus.
Preissenkungen für Saisonware
Als Reaktion auf veränderte Marktbedingungen kündigt Lindt für das zweite Halbjahr Preissenkungen an, schreibt die «T-online». Im Durchschnitt sollen saisonale Produkte rund zehn Prozent günstiger angeboten werden als im Vorjahr.
Mehr als drei Viertel der Weihnachtsartikel sollen künftig unter der Marke von zehn Euro liegen. Das betrifft insbesondere zentrale Sortimentsartikel im Weihnachtsgeschäft, wie das Unternehmen mitteilte.
Mit den meisten deutschen Handelsketten konnte sich Lindt laut der «Lebensmittelzeitung» bereits auf Konditionen einigen. Lediglich einzelne Verhandlungen, darunter jene mit Edeka, sind demnach weiterhin offen.
Gespräche zwischen Lindt und Edeka
Edeka äusserte sich auf Nachfrage nicht zu den laufenden Gesprächen mit dem Hersteller. Auch Lindt kommentiert den Stand der Verhandlungen nur zurückhaltend und verweist auf vertrauliche Prozesse.
Die «Lebensmittelzeitung» beschreibt die aktuelle Phase als zeitkritisch für beide Seiten im Handel. Grund ist die anstehende Festlegung der Sortimente für die kommende Weihnachtssaison im Sommer.

Frühere Auseinandersetzungen zwischen beiden Unternehmen betrafen unter anderem Preisstrategien und Warenpolitik im Handel. Diese Vorgeschichte prägt laut Branchenbeobachtern die aktuelle Verhandlungssituation zusätzlich.
















