Intensivmediziner haben sich vor dem Hintergrund sinkender Infektionszahlen gegen eine verfrühte Entwarnung in der Corona-Pandemie gewandt.
Intensivstation in Magdeburg
Intensivstation in Magdeburg - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Divi-Präsident: Immer noch mehr Betten belegt als in Spitze erster Welle.

«Wir behandeln noch immer mehr als 3000 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung auf den Intensivstationen», sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), der «Passauer Neuen Presse». Dies sei mehr als «in der Spitze der ersten Welle» im Frühjahr 2020.

Zugleich gebe es nach wie vor kein wirksames Medikament gegen Corona-Erkrankungen, sagte Marx weiter. «Ich befürchte, es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bevor wir Covid-19 gezielt medikamentös behandeln können», beurteilte er die Aussichten hierfür skeptisch. Wie lange die Medikamenten-Entwicklung gegen Viren dauern könne, sehe man an der HIV-Erkrankung. Daher werde es auch bei sinkenden Infektionszahlen weiterhin «immer wieder Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen» geben.

Als Lehre aus der Pandemie mahnte Marx bessere Arbeitsbedingungen in den Kliniken an, sowohl für Ärztinnen und Ärzte als auch für das Pflegepersonal. «Dazu gehören akzeptable Arbeitsbedingungen, psychosoziale Unterstützung, Optimierung der Teamarbeit, aber auch Kompetenzen der Pflege zu erweitern». Eine Möglichkeit dafür sei, «die Nacht- und Wochenendarbeit steuerfrei für die Mitarbeiter zu gestalten».

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitag ist der Corona-Inzidenzwert auf 39,8 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gesunken. Es wurden demnach 7380 Neuinfektionen und 192 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus innerhalb eines Tages registriert.

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