Ibiza: 220 Touristen aus Hotels evakuiert

Simon Binz
Simon Binz

Spanien,

Rekordregen hat Strassen, Hotels und den Flughafen in Ibiza lahmgelegt. Hunderte Touristen mussten evakuiert werden – es gibt auch Verletzte.

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Die Aufräumarbeiten auf der Ferieninsel Ibiza dürften nach den Unwettern lange andauern. - X@WeatherMonitors

Das Wichtigste in Kürze

  • Rekordregen von bis zu 300 Litern pro Quadratmeter überflutete Ibiza Stadt und den Hafen.
  • 220 Touristen wurden aus Hotels evakuiert, zahlreiche Strassen wurden unpassierbar.
  • Stromausfälle, defekte Kläranlagen und eingeschränkter Spitalbetrieb verschärfen die Lage.

Ibiza erlebt die schlimmsten Überschwemmungen seit einem halben Jahrhundert. Auch wenn die Wetterwarnstufe inzwischen von Rot auf Orange herabgestuft wurde, bleibt die Lage auf der Ferieninsel weiterhin kritisch.

Gebietsweise fielen in kürzester Zeit bis zu 300 Liter Regen pro Quadratmeter. Allein in Ibiza Stadt registrierte der Wetterdienst innerhalb von zwölf Stunden 236 Liter pro Quadratmeter, am Flughafen 135 Liter. Selbst Fähren hatten beim Anlegen im Hafen Probleme.

Hast du schon einmal Überflutungen miterlebt?

Das Hafengebiet von Ibiza Stadt zählt zu den am stärksten betroffenen Arealen. Strassen rund um die Marina waren vollständig überflutet, Anwohner berichten etwa der «Bild»-Zeitung von brusthohen Wasseransammlungen und reissenden Strömen.

Auf Ibiza war es der regenstärkste Tag mindestens seit (Beginn der Messungen im Jahr) 1952», schrieb der spanische Wetterdienst Aemet in einer Bilanz des Unwetters vom Dienstag.

Evakuierungen von Touristen und Notfalleinsätze

In der Gegend von Puig de Molins kam es zu einem Felsrutsch, der auf zwei Hotels der Vibra-Kette stürzte. Mehrere Touristen auf den oberen Stockwerken mussten von der Feuerwehr gerettet werden.

Auch ein Hotel am Hafen war stundenlang von den Wassermassen eingeschlossen, bevor das Militär die Menschen in Sicherheit brachte. Insgesamt wurden 220 Touristen evakuiert und in nahegelegenen Unterkünften an der Playa d’en Bossa untergebracht.

Bürgermeister Rafael Triguero (44) berichtet, dass zwei Menschen durch Stürze schwer und drei weitere durch den Felsrutsch leicht verletzt wurden. Einer der Schwerverletzten sei durch einen offenen Gully in einen Abwasserkanal gefallen, der unter den Wassermassen nicht zu erkennen war.

Die Wassermassen haben auch die Infrastruktur stark getroffen: Stromausfälle, die Stilllegung der Entsalzungsanlage und beeinträchtigte Kläranlagen erschweren die Lage. Das Spital Can Misses kann nur eingeschränkt arbeiten.

Hilfe vom Festland

Mit Sonderschiffen wurden medizinisches Personal und Teile der militärischen Notfalleinheit UME auf die Insel gebracht. Helikopter versorgen Ibiza zusätzlich vom Festland und von Mallorca aus mit Pumpen, Notstromaggregaten und anderem schweren Gerät.

Die Tunnelzufahrt zum Flughafen ist gesperrt, vor dem Terminal stehen Hunderte Passagiere in Schlangen. Zahlreiche Flüge wurden umgeleitet oder verspäteten sich, Teile der Flughafengebäude sind wegen Wassereinbruchs abgesperrt.

Blick nach vorn in Ibiza

Die Wetterlage hat sich leicht entspannt, doch die Notfallteams bleiben im Dauereinsatz. Ab Mittwoch sollen Massnahmen zur Wasserbeseitigung starten, um Schäden zu dokumentieren und weitere Hilfe einzuleiten. Die UME versucht derzeit, Gräben zu legen, um die Wassermassen abzuleiten oder umzulenken.

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Die Strassen von Ibiza sind nach den 300 Millimeter Regen am Dienstag geflutet. - X@RafelRuiz

Alle städtischen Einrichtungen bleiben vorerst geschlossen, geplante Veranstaltungen wurden abgesagt. Inselweit wird versucht, den Betroffenen Obdach, Kleidung und warme Mahlzeiten bereitzustellen.

Kommentare

User #4360 (nicht angemeldet)

Betoniert weitere alles zu und jammert wenn das Wasser nicht versickern kann.

User #3395 (nicht angemeldet)

Ja, Wetter-Extreme nehmen zu. 40 Grad in Süditalien und über 30 Grad in Norwegen. Aber nein, nein, gem. SVP gibt's keine menschengemachten Klimawandel. Wenn man zum Beispiel die Messwerte vom Chasseral oder vom Jungfraujoch nimmt (genormte Messstellen des Bundes) sieht man ganz deutlich die Veränderung der wärmeren Temperaturen seit Messbeginn. In der Türkei wurde ein neuer Hitzerekord von 50,5 Grad Celsius gemessen. Der Rekord wurde in der Stadt Silopi aufgestellt. Das türkische Ministerium für Umwelt warnt vor anhaltend hohen Temperaturen.

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