Freispruch

    Getötete Reporterin in Nordirland: Freispruch im Mordprozess

    Keystone-SDA
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    Grossbritannien,

    Mehr als sieben Jahre nach dem Tod einer Journalistin in der früheren Bürgerkriegsregion Nordirland sind drei Männer vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden. Das verkündete die Richterin der Nachrichtenagentur PA zufolge im Gericht in der Hauptstadt Belfast.

    Belfast
    Drei Männer sind vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden. Der entsprechende Mord an einer Reporterin liegt sieben Jahre zurück. - keystone

    Die Reporterin Lyra McKee war am 18. April 2019 am Rande von Ausschreitungen in der Stadt Derry/Londonderry von einer Kugel tödlich getroffen worden. Die militante Gruppe New IRA hatte die Verantwortung für den Tod der Journalistin übernommen. Die 29-Jährige sei versehentlich Opfer geworden, hiess es damals von den radikalen Befürwortern einer Wiedervereinigung des britischen Landesteils Nordirland mit dem EU-Mitglied Irland.

    In der Anklage gegen die drei Männer im Alter von 25, 38 und 58 Jahren war laut PA davon ausgegangen worden, dass diese in der Nacht, in der McKee getötet wurde, einen einzelnen Schützen begleitet und ihn bei seiner Tat ermutigt oder unterstützt hätten. Der Verteidigung zufolge beruhte die Anklage jedoch auf «reiner Spekulation», heisst es beim Sender Sky News.

    Die Schwester von McKee erklärte vor dem Gericht laut PA, dass das Justizsystem «völlig versagt» habe. Der heutige Tag sei «ein absoluter Schock», so Nichola Corner. In Nordirland herrsche eine «Kultur des Schweigens» und viele Menschen hätten Angst, sich zu äussern. Das müsse ein Ende haben, forderte sie.

    In Nordirland haben gewaltsame Krawalle eine traurige Tradition. Etwa drei Jahrzehnte lang standen sich im nordirischen Bürgerkrieg die meist katholischen Befürworter einer Vereinigung mit Irland den überwiegend protestantischen Anhängern der Union mit Grossbritannien, Polizei und britischer Armee gegenüber.

    Die sogenannten Troubles endeten erst 1998 mit dem Karfreitagsabkommen. Bis heute bestehen trotzdem Segregation, territoriales Denken, paramilitärische Reststrukturen und Misstrauen gegenüber der Polizei als Erbe des Krieges fort.

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