Aeschi als Negativ-Joker und weitere Spekulation zum SVP-Wahlticket
Für den Politgeografen Michael Hermann hält die Liste der Interessenten an einer Nachfolge für SVP-Bundesrat Guy Parmelin Überraschungen breit. Sie enthalte zudem Konstellationen sowie Namen, die zum Ausschluss von Mitkandidierenden führen könnten, sagt er in einem Interview mit dem Online-Portal Watson.

Sieben oder acht SVP-Mitglieder haben sich für das vorerst parteiinterne Rennen um den Sitz des zurücktretenden Bundesrats Guy Parmelin aufgestellt oder aufstellen lassen. Für Hermann befinden sich einige Last-Minute-Kandidaturen aus der zweiten Reihe auf der Liste. Womöglich hätten sich diese ermutigen lassen, weil Spitzenleute aus der Partei abgesagt haben.
Mit Ausnahme von einem: dem Fraktionspräsidenten im Nationalrat, Thomas Aeschi. Dieser hat allerdings auch noch nicht definitiv zugesagt. Für Hermann scheint aber klar: Wenn der stark polarisierende Politiker im Rennen bleiben würde, könnte er zu einer faktischen Einerkandidatur der SVP beitragen. Denn: «Wer neben Aeschi auf das Ticket kommt, ist schon fast gewählt», so Hermann.
Für den Politgeografen ist es ein überraschender Befund, dass gleich drei Exekutivpolitiker aus den Kantonen auf der Liste zu finden sind. Hinter der Aufstellung des frankophonen Berner Regierungsrats Pierre-Alain Schnegg lasse sich vielleicht auch die Taktik vermuten, eine Wahl beziehungsweise einen Listenplatz der Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz zu verhindern, die nicht so ganz ins Schema der Partei passe.
Mit Schnegg auf dem Ticket könne man versuchen, die Romands zu beruhigen, so Hermann. In der SVP spiele die Gender-Frage kaum eine Rolle und man fürchte sich dort nicht vor einem «Backlash», also einem Konterschlag, der Frauen.










