Freispruch

Verteidiger fordert in Zürich Freispruch für Messerangreifer

Keystone-SDA
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Zürich,

Im Prozess um die Zürcher Messerattacke auf Kinder hat die Verteidigung am Donnerstag einen Freispruch verlangt. Der Beschuldigte sei bei der Tat im Oktober 2024 schuldunfähig gewesen.

Zürich Kinder Hort
Mitten in Zürich wurde im Oktober 2024 eine Gruppe Kinder von einem 23-Jährigen mit Messer überrascht. - Keystone

Der 25-jährige Student aus China stand am Donnerstag wegen mehrfachen versuchten Mordes vor dem Bezirksgericht Zürich. Er hatte am 1. Oktober 2024 eine Gruppe Kindergartenkinder mit einem Messer attackiert und drei Knaben schwer verletzt. Während die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren fordert, verlangte der Verteidiger in seinem Plädoyer einen Freispruch.

Er stützte sich in seinen Ausführungen weitgehend auf das psychiatrische Gutachten, das dem Beschuldigten zur Tatzeit eine psychotische Störung attestiert. Demnach lag beim Täter eine aufgehobene Steuerungsfähigkeit und somit eine vollständige Schuldunfähigkeit vor. Auch wer vorsätzlich handle, könne schuldunfähig sein, betonte der Verteidiger.

Der Beschuldigte schilderte, dass er sich vor der Tat in seiner eigenen Welt eingeschlossen gefühlt habe. Etwa drei Wochen vor dem Angriff habe er eine männliche Stimme in seinem Kopf gehört. «Die Stimme hat mir zuletzt gesagt: Entweder stirbst du, oder du tötest Kinder», sagte er vor Gericht. An viele Details der Tat erinnere er sich heute nicht mehr. Er empfinde grosse Schmerzen, wenn er daran denke. «Ich denke, die Opfer können mir nicht verzeihen. Ich möchte sie trotzdem um Entschuldigung bitten.»

Der Gutachter Elmar Habermeyer beantwortete Fragen zu seiner Einschätzung des Beschuldigten. Mit zunehmender Krankheit sei eine Radikalisierung erfolgt, wobei sich der Wahn aus aktuellen Themen wie Messerattacken in China gespeist habe. Gemäss dem Experten war die Tötungsabsicht eine klare Krankheitsfolge. Aktuell zeige er keine akuten Symptome und das Rückfallrisiko für Gewaltdelikte sei gering.

Die Staatsanwaltschaft wehrte sich gegen die vollständige Schuldunfähigkeit. Sie betonte das planmässige Vorgehen des Beschuldigten, der sich im Vorfeld mit ChatGPT über die juristischen Konsequenzen verschiedener Tatvarianten austauschte. Zudem kaufte er ein Messerset und studierte im Internet die menschliche Anatomie von Hals und Oberkörper. An eigens dafür gekauften Fleischstücken übte er möglichst tödliche Stiche.

Laut Anklage wählte der Täter bewusst den chinesischen Nationalfeiertag für seinen Angriff aus und liess sich von ähnlichen Gewalttaten in seiner Heimat inspirieren. Er habe völlig grundlos aus Rachsucht, Geltungsdrang und wahnhaft-ideologischer Verblendung gehandelt. Die Anklage forderte deshalb einen Schuldspruch wegen mehrfachen versuchten Mordes, 15 Jahre Freiheitsstrafe, einen 15-jährigen Landesverweis sowie eine ambulante Massnahme während des Vollzugs.

Der Beschuldigte stach mit einem 8,5 Zentimeter langen Messer auf die Kindergruppe ein. Ein fünfjähriger Knabe erlitt schwere Verletzungen an der Schulter und eine komplett durchtrennte Drosselvene, die ohne Notoperation zum Verbluten geführt hätte. Einem anderen Jungen stach der Angreifer in die rechte Brust bis ins Herz, wodurch ebenfalls akute Lebensgefahr bestand. Ein dritter Knabe wurde an der Lunge sowie am rechten Ohr verletzt.

Das mutige Eingreifen einer Hortangestellten verhinderte noch Schlimmeres. Sie eilte herbei und hielt die Arme des Täters fest, woraufhin dieser aufgab und die Waffe fallen liess. Die Anwälte der betroffenen Familien forderten Genugtuung und Schadenersatz. In einem emotionalen Brief schilderten Eltern, die der Verhandlung aufgrund der seelischen Belastung fernblieben, wie ihr Sohn seit der Tat an Schlafstörungen leidet und Angst vor den eigenen Träumen hat.

Kommentare

User #5444 (nicht angemeldet)

Kranke, traurige Welt! Einer, der 5 Kinder im Alter von 5 Jahren mit einem 8cm Messer absticht, fast bis zum Tode müsste lebenslänglich bekommen und das ist schon mild! Die betroffenen Kinder müssen dies verarbeiten oder kämpfen mit diesem Trigger lebenslänglich! Wenn jemand psychisch dermassen eingeschränkt ist, warum lässt man diese frei herumlaufen? Warum?

User #2103 (nicht angemeldet)

Und der Psychiater sollte auch gleich in das Gefängnis kommen. Diese Tat ist zu verurteilen und nicht als psychisches Problem abzutun.

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