Knapper Diesel: Bund gibt 45'000 Kubikmeter aus Pflichtlagern frei
Verzögerte Pipelinelieferungen reissen eine Versorgungslücke. Bis 22. November darf deshalb Diesel aus Pflichtlagern bezogen werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweiz gibt wegen eines Dieselengpasses vorübergehend Pflichtlagerbestände frei.
- Vom 23. Oktober bis 22. November stehen bis zu 45'000 Kubikmeter Diesel bereit.
- Starkregen in Südfrankreich verzögerte Pipelinelieferungen in die Schweiz.
Wegen eines kurzfristigen Versorgungsengpasses dürfen in der Schweiz vorübergehend Dieselbestände aus den Pflichtlagern bezogen werden. Vom 23. Oktober bis 22. November 2026 stehen dafür bis zu 45'000 Kubikmeter Dieselöl zur Verfügung.
Auslöser sind laut Bund verzögerte Pipelinelieferungen nach Starkregen in Südfrankreich, wie das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL mitteilt. In der bereits angespannten Versorgungslage habe dies zu einer vorübergehenden Lücke beim Diesel geführt.

Die freigegebene Menge entspricht knapp vier Prozent der aktuell vorhandenen Diesel-Pflichtlager. Die Versorgung der Schweiz mit Dieselöl bleibe damit sichergestellt.
Niedrigwasser erschwert Öltransporte
Zusätzlich belastet wird die Lage durch das seit Monaten anhaltende Niedrigwasser am Rhein. Dadurch ist die logistische Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten eingeschränkt. Probleme bei anderen Transportwegen können deshalb rasch zu Engpässen führen.
Auch bei Flugpetrol greift die Schweiz derzeit auf Pflichtlager zurück. Diese Bezüge sind bis zum 1. November 2026 bewilligt. Die Versorgung mit Benzin und Heizöl ist laut Bund sichergestellt.
Die Lage bei sämtlichen Mineralölprodukten bleibe jedoch angespannt und fragil. Die Wirtschaftliche Landesversorgung beobachtet die Entwicklung weiter.






