Klimawandel – Mehr als 50'000 Hitzetote in Europa
Der Klimawandel forderte im Sommer 2026 laut einer Studie mehr als 50'000 Menschenleben in Europa. Besonders Süd- und Westeuropa waren betroffen.

Die hitzebedingte Sterblichkeit in Europa erreichte im Sommer 2026 laut einer Studie seit dem Jahr 2000 einen Höchststand. Forschende des Imperial College London und der London School of Hygiene & Tropical Medicine schätzen mehr als 50'000 hitzebedingte Todesfälle.
Der «Zeit» zufolge basiert die Schätzung auf Daten aus 854 Städten in 30 europäischen Ländern. Die Ergebnisse der Untersuchung erschienen in der Fachzeitschrift «Nature Health».
Laut der «Trending Topics» schreiben die Forschenden 32'619 Todesfälle dem menschengemachten Klimawandel zu. Das entspricht knapp zwei Dritteln der geschätzten Hitzetoten, während ohne die zusätzliche Erwärmung rund 18'000 Todesfälle erwartet worden wären.
Italien, Frankreich und Spanien verzeichnen die meisten Hitzetoten
Italien verzeichnete mit 13'303 Hitzetoten die höchste Zahl, gefolgt von Frankreich mit 7268 und Spanien mit 6824 Todesfällen. Für Deutschland errechneten die Forschenden in den untersuchten Städten 6340 Hitzetote, für Grossbritannien waren es 4354, berichtet die «Trending Topics».
Die Zahlen unterscheiden sich von den Schätzungen für ganze Länder, weil die Untersuchungen unterschiedliche Datengrundlagen verwenden. Für Deutschland bezifferte das Robert Koch-Institut die hitzebedingten Todesfälle laut der «Zeit» auf rund 16'000.
Die Hitzewelle zwischen dem 17. Juni und dem 1. Juli 2026 forderte besonders viele Menschenleben. Auf diese Zeit entfiel fast ein Drittel der geschätzten hitzebedingten Todesfälle in Europa.
Extreme Temperaturen treffen besonders ältere Menschen
Die Temperaturen in Westeuropa übertrafen im Sommer den Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 um 2,9 Grad Celsius. Der «Zeit» zufolge wären die extremen Tages- und Nachttemperaturen vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.
Fast die Hälfte der geschätzten Todesopfer war laut der «Trending Topics» mindestens 85 Jahre alt. Rund 6000 Menschen waren jünger als 65 Jahre, darunter 833 Personen zwischen 20 und 44 Jahren.
Die Forschenden weisen zudem auf Grenzen ihrer Berechnungen hin: Die Analyse umfasst lediglich Städte, in denen rund 40 Prozent der Bevölkerung der untersuchten Länder leben. Ländliche Regionen und kleinere Orte wurden nicht erfasst, weshalb die tatsächliche Zahl höher liegen könnte.
Klimawandel bedroht auch Korallenriffe
Die Erderwärmung und der Klimawandel bedrohen neben der menschlichen Gesundheit auch empfindliche Ökosysteme. Laut der «Tagesschau» sind 96 Prozent der weltweiten Korallenriffe bis 2075 stark vom Absterben bedroht.
Das geht aus einer Prognose der Weltnaturschutzunion hervor. Als grösste Gefahr gilt der zunehmende Hitzestress in den Meeren.

Durch zu warmes Wasser verlieren Korallen ihre lebenswichtigen Mikroalgen und bleichen aus. Zusätzlich setzen Überfischung, Umweltverschmutzung, Küstenbebauung und häufigere Stürme den Riffen zu.
















