Frankreich fordert ein EU-Abkommen mit Grossbritannien, um die Flüchtlingskrise am Ärmelkanal zu lösen.
Die französische Polizei bei Wimereux in Nordfrankreich, auf einem Strandabschnitt, der vermutlich von Migranten genutzt wird, um den Ärmelkanal zu überqueren. Foto: Stefan Rousseau/PA/dpa
Die französische Polizei bei Wimereux in Nordfrankreich, auf einem Strandabschnitt, der vermutlich von Migranten genutzt wird, um den Ärmelkanal zu überqueren. Foto: Stefan Rousseau/PA/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Frankreich will das Flüchtlingsproblem am Ärmelkanal gemeinsam mit Grossbritannien lösen.
  • Deshalb forderte Frankreich ein EU-Abkommen.

Frankreich hat ein EU-Abkommen mit Grossbritannien zur Lösung der Flüchtlingskrise am Ärmelkanal gefordert. Das Abkommen müsse zu einer Aufgabenverteilung zwischen Grossbritannien und den übrigen Ländern am Ärmelkanal, darunter Frankreich, führen, sagte Innenminister Gérald Darmanin nach Beratungen mit Präsident Emmanuel Macron am Montag in Paris. Geschaffen werden müssten damit auch legale Migrationswege nach Grossbritannien, denn bislang übernähmen die Briten nicht ihren Anteil an den Asylbewerbern. Frankreichs Premierminister Jean Castex werde dem britischen Regierungschef Boris Johnson ein solches Abkommen am Dienstag vorschlagen, sagte Darmanin.

Der französische Vorschlag erfolgt nach einer Krisenkonferenz zur Migration über den Ärmelkanal, auf der härtere Schritte gegen Schleuser vereinbart worden waren. Vor einigen Tagen starben im Ärmelkanal 27 Menschen auf dem Weg nach Grossbritannien, weil ihr Boot kenterte. Frankreich hatte Grossbritannien von dem Treffen mit anderen EU-Ländern ausgeladen, nachdem der britische Premierminister Boris Johnson ein Abkommen mit Frankreich zur Rücknahme von Migranten gefordert hatte. Darmanin begründete den französischen Gegenvorschlag damit, dass im Brexit-Abkommen der Umgang mit den Flüchtlingen nicht geregelt worden sei.

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