Bündnis-Suche vor Endrunde der Kommunalwahl in Frankreich
Vor der in vielen Grossstädten entscheidenden zweiten Runde der Kommunalwahlen in Frankreich ringen die Kandidatinnen und Kandidaten um strategische Bündnisse.

In Paris führen die Konservative Rachida Dati und der Mitte-Kandidat Pierre-Yves Bournazel Gespräche, um zu verhindern, dass das Pariser Rathaus weitere sechs Jahre in der Hand der Sozialisten bleibt. Auch in Lyon und Marseille könnte es noch taktische Änderungen bei den Kandidaturen geben.
Zusammenschlüsse gibt es in Frankreich auch, weil der Sieger automatisch einen zusätzlichen Teil der Sitze im Stadt- oder Gemeinderat zugesprochen bekommt. In Paris war der Sozialist Emmanuel Grégoire in der ersten Runde mit deutlichem Abstand vorn gelandet. Gemeinsam könnten die Konkurrenten Dati und Bournazel ihm gefährlich werden. Ob sie tatsächlich ein Bündnis eingehen, ist noch offen.
In Frankreichs zweitgrösster Stadt Marseille hingegen entschied sich der Kandidat von Grünen, Sozialisten und Kommunisten trotz eines nur hauchdünnen Vorsprungs vor den Rechtsnationalen gegen ein Zweckbündnis mit der altlinken Partei LFI. Benoît Payan dürfte darauf setzen, dass die Wählerschaft seines linken Kollegen ihm aus Angst vor einem Sieg des Rechtsnationalen Franck Allisio auch ohne formelle Absprache ihre Stimme gibt. Unklar ist zudem noch, ob Mitte-Kandidatin Martine Vassal sich zugunsten von Payan zurückziehen wird.
Sehr offen ist der Wahlausgang auch im ostfranzösischen Lyon. Der bisherige grüne Bürgermeister Grégory Doucet landete quasi Kopf an Kopf mit dem Fussballmanager Jean-Michel Aulas, der für die Konservativen und Mitte-Kräfte ins Rennen ging. Doucet könnte versuchen, mit seiner linken Konkurrentin Anaïs Belouassa-Cherifi gemeinsam gegen Aulas anzutreten.










