IEA setzt auf schnelle Beruhigung nach Ölreserve-Freigabe
Nach dem Start der Freigabe strategischer Ölreserven setzt die Internationale Energieagentur (IEA) auf eine schnelle Beruhigung der Märkte. «Angesichts dieser beispiellosen Massnahme hoffe ich sehr, dass sich die Lage rasch klärt, damit sich die Märkte wieder erholen können», sagte IEA-Chef Fatih Birol in Paris.

Dieses rasche Eingreifen der IEA habe beruhigend auf die Märkte gewirkt, hiess es weiter. Die Ölpreise würden heute deutlich unter dem Niveau von vor einer Woche liegen.
«Doch auch wenn unsere Vorräte vorerst als Puffer dienen können, ist dies keine dauerhafte Lösung», sagte der IEA-Chef. Die Wiederaufnahme des Transits durch die Strasse von Hormus sei der wichtigste Faktor für die Rückkehr zu stabilen Öl- und Gaslieferungen.
Die IEA hatte am vergangenen Mittwoch bekanntgegeben, dass die 32 Mitgliedsländer als Reaktion auf den Iran-Krieg 400 Millionen Barrel Rohöl freigeben wollen – eine Rekordmenge. Mit dem Schritt sollen die durch den Krieg angespannten Märkte stabilisiert werden.
«Trotz dieser enormen Freigabe verfügen wir noch über beträchtliche Vorräte», sagte Birol. Die derzeitige Freigabe werde, sobald sie abgeschlossen ist, die Notvorräte in den IEA-Ländern nur um etwa 20 Prozent verringern.
Neben den Vollmitgliedstaaten prüften auch andere mit der Energieagentur assoziierte Länder, wie sie die IEA unterstützen könnten. Dazu gehörten Indien, Kolumbien, Singapur, Thailand und Vietnam, sagte Birol.
«Aber natürlich müssen wir auch darauf vorbereitet sein, dass es noch eine Weile so weitergeht», sagte der IEA-Direktor mit Blick auf die stockende globale Ölversorgung. «Und selbst wenn die Strasse von Hormus morgen wieder öffnen sollte, geht die IEA davon aus, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis sich der weltweite Energiehandel wieder erholt hat.»
Die Schweiz hat bisher hierzulande laut Bundespräsident Guy Parmelin keine schwerwiegende Knappheit von Öl ausgemacht. Daher sei der Bundesrat dem Aufruf der IEA zur Freigabe von Ölreserven bislang nicht gefolgt, sagte Parmelin vergangene Woche. Der Bundesrat könne die Reserven der Schweiz nur im Falle einer schwerwiegenden Knappheit freigeben.










