Forschende raten zu 3. Corona-Impfung für bestimmte Gruppen

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    Deutschland,

    Mehr als ein Drittel der Deutschen ist bereits vollständig gegen Corona geimpft. Forschende stellen nun eine dritte Auffrischungsimpfung für den Herbst in Aussicht - zumindest für einige.

    Booster-Quote
    Im Kanton Basel-Stadt ist die Booster-Quote bisher am höchsten (Symbolbild). - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Fast ein halbes Jahr nach dem offiziellen Start der bundesweiten Corona-Impfkampagne am 27.

    Dezember empfehlen Wissenschaftler eine dritte Impfung für Senioren und Menschen mit Immunschwächen in diesem Herbst.

    «Wir müssen die nächste Phase beim Impfen jetzt schon andenken», sagte Leif Erik Sander, Infektionsimmunologe an der Berliner Charité, der Deutschen Presse-Agentur. «Ich gehe davon aus, dass wir bei älteren Menschen, die zu Beginn dieses Jahres ihre Erst- und Zweitimpfung erhalten haben, eine nachlassende Immunantwort sehen werden.» Für jüngere und gesunde Menschen seien Auffrischungsimpfungen dagegen noch kein Thema.

    Sander hält es für möglich, dass es ohne Auffrischungsimpfung im Winterhalbjahr zum Beispiel in Alten- und Pflegeheimen deshalb zu zusätzlichen Infektionen kommen könnte, «einem gewissen JoJo-Effekt». Ein solcher «Booster» sollte dann nicht allein Hochbetagten, sondern auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem offeriert werden, etwa zum Zeitpunkt der Grippeschutzimpfung im Oktober.

    Vom Prinzip her sieht das Thomas Mertens als Vorsitzender der Ständigen Impfkommission ähnlich. Er formuliert es jedoch vorsichtiger: «Die Daten dazu, wer wann erneut geimpft werden sollte, sind noch etwas unsicher», sagt er. «Wir erwarten mehr Anhaltspunkte zur Dauer der Immunantwort nach einer Impfung bis zum August.» Bei einem nachgewiesenen Mangel an Immunschutz bei bestimmten Bevölkerungsgruppen sei relativ kurzfristig eine Nachimpfung zu empfehlen, sagt auch Mertens. «Dafür müssen wir aber erst ganz genau die immunsupprimierten Gruppen mit dem höchsten Risiko definieren.» Es wäre ein Prinzip wie bei den Priorisierungen zum Impfstart im vergangenen Dezember.

    «Ich denke, es wird über die Erst- und Zweitimpfungen hinaus im Herbst Impfstoff-Reserven geben», ergänzt Charité-Forscher Sander. «Die Auffrischung würde dann parallel zum Lückenschliessen bei den Erst- und Zweitimpfungen laufen.»

    Bundesweit war die Corona-Impfkampagne am 27. Dezember 2020 in Alten- und Pflegeheimen gestartet. In Sachsen-Anhalt gab es die erste Impfung schon einen Tag früher.

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