«Zmizt ad Frässä»: Grelle Velolampen sorgen für Ärger auf Strasse

    Fabienne Endras
    Fabienne Endras

    Bern,

    Falsch eingestellte Velolichter sorgen für Ärger – doch sie können auch gefährlich werden.

    Velo
    Sorgen für Unmut und sind gefährlich: blendende Velolichter. - Nau.ch

    Das Wichtigste in Kürze

    • Falsch ausgerichtete Velolichter können andere Verkehrsteilnehmer blenden und erhöhen nachts das Unfallrisiko.
    • Fehlende oder falsche Beleuchtung kann Bussen bis 60 Franken nach sich ziehen.

    Mit den kürzer werdenden Tagen wird ein altbekanntes Problem wieder aktuell. Velofahrende blenden andere auf der Strasse mit falsch eingestellten Scheinwerfern. Das sorgt für Unmut – und ist auch gefährlich.

    Auf der Plattform Reddit hat ein Nutzer andere Velofahrende aufgefordert, ihre Lampen richtig auszurichten. «Liebe Mitvelofahrende, die Tage werden kürzer. Die Bäume müssen ja nicht ausgeleuchtet werden», schreibt er.

    Wurdest du auch schon von entgegenkommenden Velos geblendet?

    Ein anderer Nutzer schildert seine Erfahrungen im Kommentarbereich. Er beschreibt, wie er regelmässig fast erblindet.

    Schuld seien Veloscheinwerfer, die er als «Superpfunzel3000, die heller als die Sonne scheinen» bezeichnet. Falsch eingestellt, würden sie ihm «zmizt ad Frässä» leuchten.

    Pro Velo bestätigt das Problem

    Auch der Veloverband Pro Velo kennt das Problem: «Jetzt, wo die Tage kürzer werden, ist man regelmässig mit blendenden Lichtern konfrontiert», lässt er gegenüber Nau.ch verlauten.

    Beim Verband gehen regelmässig Beschwerden zu diesem Thema ein. Es habe sich jedoch noch nie jemand gemeldet, um zu fragen, wie das Velolicht korrekt eingestellt werden sollte.

    Dabei ist die Lösung gar nicht so kompliziert.

    Christoph Merkli von Pro Velo Schweiz erklärt das Prinzip: «Wenn ich mit dem Velo einige Meter vor einer Wand stehe, darf der obere Rand des Lichtkegels an der Wand nicht höher sein als das Velolicht selbst.» Das Licht muss also leicht nach unten geneigt sein.

    Regeln gelten für alle Velofahrenden

    Laut Merkli müssen Lichter nachts auf 100 Meter sichtbar sein – ohne dabei andere zu blenden.

    Das Gesetz ist klar: Velos müssen bei Dunkelheit, in der Dämmerung und in Tunneln beleuchtet sein. Lichter am Körper oder am Helm sowie blinkende Lichter gelten nur als Ergänzung. Als alleinige Beleuchtung sind sie nicht erlaubt.

    Neben den Lichtern schreibt das Gesetz auch Reflektoren vor. Vorne ist ein weisser Reflektor nötig, hinten ein roter. An den Pedalen sind zudem gelbe Reflektoren vorgeschrieben.

    Ist dein Velo richtig beleuchtet?

    Wer diese Regeln nicht einhält, riskiert eine Busse. Laut Pro Velo liegt diese zwischen 20 und 60 Franken.

    Die genaue Höhe hänge davon ab, ob man auf einer beleuchteten oder unbeleuchteten Strasse kontrolliert werde. Fehlende Reflektoren würden pauschal 40 Franken kosten.

    Früher gesehen werden rettet Leben

    Merkli ergänzt: «Die Hälfte der Kollisionen nachts könnten verhindert werden, wenn sich die Kollisionsgegner eine Sekunde früher sehen würden.» Er verweist dabei auf eine Statistik der Beratungsstelle für Unfallverhütung.

    «Gesehen werden lohnt sich!» Die Botschaft ist klar – wer sein Licht richtig einstellt, schützt sich selbst und andere.

    Kommentare

    User #6252 (nicht angemeldet)

    Velolampen Mit 100000 Lux sind zu viel

    User #3027 (nicht angemeldet)

    Wann kommt die Leuchtwesten Pflicht. Winterzeit ab 17:00Uhr Sommer Zeit ab 19:00 Uhr

    Weiterlesen

    Sport Coronavirus
    7 Interaktionen
    Kampagne
    Aarburg AG
    1 Interaktionen
    Aarburg AG
    Hombrechtikon ZH
    Feldbach ZH

    MEHR AUS STADT BERN

    Dr. Sarah Schläppi
    6 Interaktionen
    «Sarah hat Recht»
    Nach der Podcast-Aufnahme führt STV-Präsident Reto Nause durchs Bundeshaus und zeigt hier den Nationalratssaal.
    7 Interaktionen
    Podcast
    SCB
    4 Interaktionen
    Biel kassiert ein 4:7