In den sogenannten MINT-Berufen wächst die Lücke an Fachkräften.
Fachkräftelücke in MINT-Berufen wächst
Fachkräftelücke in MINT-Berufen wächst - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Derzeit fehlen insgesamt 276.900 Fachkräfte - weiterhin geringer Frauenanteil.

Im Oktober fehlten insgesamt 276.900 Fachkräfte in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, wie das nationale MINT-Forum am Dienstag in Berlin mitteilte. Damit war die Lücke deutlich grösser als noch im Oktober vergangenen Jahres mit damals 108.700 fehlenden Fachkräften. Im Oktober 2019 lag der Bedarf in der deutschen Wirtschaft bei 263.000 MINT-Experten.

Ohne die Zuwanderung der vergangenen Jahre würden heute sogar mehr als eine halbe Million MINT-Fachkräfte fehlen, erklärte Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Die Nachfrage werde in den kommenden Jahren durch Digitalisierung, Dekarbonisierung und die demografische Entwicklung noch einmal deutlich steigen, während durch die Pandemie ein Rückgang des MINT-Nachwuchses zu befürchten sei. «Durch die pandemie-bedingten Schulschliessungen ist die wichtige Berufsinformation unterbrochen worden», erklärte Michael Stahl vom Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall. Zudem sei bei den Schülerinnen und Schülern mit einem Rückgang der MINT-Kompetenzen zu rechnen.

Allein für die Entwicklung klimafreundlicher Technologien und Produkte erwarten demnach 63 Prozent der grösseren Unternehmen einen steigenden Bedarf an IT-Experten, 43 Prozent an Ingenieuren und Ingeneurinnen und 32 Prozent an sonstigen MINT-Kräften.

Als «besorgniserregend» bezeichnete die Verbände den nach wie vor geringen Frauenanteil in den MINT-Berufen von lediglich 15,5 Prozent. Bei den Studienanfängern in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern war der Frauenanteil im Jahr 2020 mit mehr als 50 Prozent zwar vergleichsweise hoch, in Elektro- und Informationstechnik mit 16,3 Prozent und Informatik mit 22,9 Prozent aber nach wie vor niedrig.

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