Europol

Europol identifiziert 731 organisierte Verbrechernetzwerke

Keystone-SDA
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Niederlande,

Laut einer neuen Europol-Studie sind in Europa momentan 731 Verbrechernetzwerke aktiv. Diese zählen rund 400'000 Mitglieder.

Kriminelle
In Europa sind 731 Verbrechernetzwerke aktiv. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • 731 kriminelle Netzwerke mit 400'000 Mitgliedern sind in Europa aktiv.
  • Das geht aus einer neuen Studie von Europol hervor.
  • Die Banden sind in einem breiten kriminellen Spektrum unterwegs.

In der Europäischen Union sind nach einer Untersuchung von Europol 731 kriminelle Netzwerke aktiv.

Sie haben mehr als 400'000 Mitglieder mit 118 Nationalitäten. Das geht aus der Studie der europäischen Polizeibehörde mit Sitz in Den Haag hervor. Die Zusammenfassung des Berichts lag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorab vor.

Banden operieren demnach oft grenzüberschreitend und hochprofessionell. 85 Prozent nutzten für ihre Verbrechen legale Geschäftsstrukturen.

Wurdest du schon einmal Opfer von Kriminellen?

Sie seien im gesamten Spektrum des Verbrechens aktiv – wie Drogenhandel, Cybercrime, Migrantenschmuggel, Menschenhandel, Betrug und Geldwäsche.

Das organisierte Verbrechen nutze den digitalen und technologischen Fortschritt, den globalen Handel und geopolitische Instabilität für seine Geschäfte.

Harter Kern von 198 Banden

Vor zwei Jahren hatte Europol die erste umfassende Studie über kriminelle Netzwerke in Europa vorgelegt. Nun zeigt sich in der Folgestudie, dass 76 Prozent der Netzwerke neu sind.

Europol identifizierte aber einen harten Kern von 198 Banden. Vor zwei Jahren waren 821 Netzwerke festgestellt worden.

Die Veränderung ist nach Angaben der Experten nicht unbedingt ein Zeichen der Erfolge von Ermittlern. Es zeige, wie flexibel die Netzwerke seien und wie schnell sie sich etwa unter Druck von polizeilichen Ermittlungen neu organisierten.

«Das spiegelt den fliessenden und dynamischen Charakter der organisierten Kriminalität in der EU wider», heisst es in dem Bericht.

Festnahme von Schlüsselfiguren nützt nur bedingt

Kriminelle reagierten schnell auf Eingriffe von Justiz und Polizei. Netzwerke würden neu strukturiert, Aktivitäten verlegt oder auch abgestossen.

Die Festnahme von Schlüsselfiguren könne zwar ein Netzwerk destabilisieren, heisst es in dem Bericht. Andererseits würden neue Akteure auftauchen und das Führungsvakuum ausnutzen.

Daher reiche es nicht aus, nur gegen die Schlüsselfiguren vorzugehen. Ermittler müssten auf eine Zerstörung krimineller Systeme abzielen und Schwachstellen in der logistischen, finanziellen und digitalen Infrastruktur abdichten.

Kommentare

User #2419 (nicht angemeldet)

Betrifft es wirklich Europa oder meu dazu stossende Staaten?

User #5974 (nicht angemeldet)

Na, dann ist wohl die Schweiz mal sehr im Handeln gefragt! Denn wie jeder weiss, hat fast jede dieser Organisationen, ein nicht unbeträchtliches Vermögen irgendwo auf einem schwer zugänglichen Privatkonton hier im Lande! Ihr wisst ja, wegen der Neutralität, Schweigepflicht und der gut geschützten Privatssphäre (zumindest bei einigen, natürlich nicht ihr, die ihr täglich arbeiten geht!). Das weiss man allerdings auch schon sehr lange hier bei uns, bei den Verantwortlichen Stellen, nur, warum da kaum was gedeichselt wird, dass kann sich jeder mal selbst zusammenrechnen! Es wird sich auf jeden Fall sehr lohnend für die Betreffenden auswirken.

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