Schätzungsweise 700.000 Menschen schlafen in Europa Nacht für Nacht auf der Strasse. «Absurd», nennt der zuständige EU-Kommissar diesen Umstand. Damit soll jetzt Schluss sein - und zwar ziemlich bald.
Geht es nach der EU-Kommission, soll schon bald niemand in der EU mehr auf der Strasse schlafen müssen. Hier liegen die Habseligkeiten eines Obdachlosen in der Innenstadt von Hannover. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Geht es nach der EU-Kommission, soll schon bald niemand in der EU mehr auf der Strasse schlafen müssen. Hier liegen die Habseligkeiten eines Obdachlosen in der Innenstadt von Hannover. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Bis zum Jahr 2030 soll in der Europäischen Union nach dem Willen der EU-Staaten niemand mehr auf der Strasse leben müssen.

«Es ist absurd, dass auf dem reichsten Kontinent der Welt Hunderttausende Menschen keinen Platz zum Leben haben», sagte der EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte, Nicolas Schmit, in Lissabon. In einer Deklaration verpflichteten sich die 27 Mitgliedsländer zugleich auf konkrete Schritte, um das Ziel zu erreichen.

70 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren

Nach Angaben der EU-Kommission schlafen derzeit rund 700.000 Menschen in Europa jede Nacht auf der Strasse - 70 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. In Deutschland hatten 2018 einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe zufolge etwa 41.000 Menschen keine Unterkunft. Amtliche Statistiken gibt es nicht. Vom nächsten Jahr an soll aber alle zwei Jahre ein «Wohnungslosenbericht» veröffentlicht werden.

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