Am G7-Gipfel betonte die EU, dass sie sich verglichen mit anderen G7-Ländern bereits seit Monaten für eine Impfstoffverteilung in ärmeren Ländern einsetzt.
Der britische Premierminister Boris Johnson (l-r), Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte und EU-Ratspräsident Donald Tusk beim G7-Gipfel in Biarritz. Foto: Michael Kappeler
Der britische Premierminister Boris Johnson (l-r), Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte und EU-Ratspräsident Donald Tusk beim G7-Gipfel in Biarritz. Foto: Michael Kappeler - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Heute Freitag findet in Carbis Bay der G7-Gipfel statt.
  • EU-Vertreter meinten zum Auftakt, dass die EU die «Apotheke der Welt» sei.
  • Betreffend Impfstoff setzte sich die EU länger als andere Länder für ärmere Länder ein.

EU-Vertreter haben zum Auftakt des G7-Gipfels betont, dass sich die Europäer im Gegensatz zu anderen G7-Staaten bereits seit Monaten stark für Corona-Impfstofflieferungen in ärmere Länder engagieren. Die EU sei die «Apotheke der Welt» und werde bis Jahresende mindestens 100 Millionen Impfstoff-Dosen spenden, hiess es am Freitagnachmittag nach einem Koordinierungstreffen der europäischen Gipfelteilnehmer von Diplomaten. Der Impfinitiative Covax stelle man 3,2 Milliarden Euro zur Verfügung.

Die EU war nach eigenen Angaben zudem lange Zeit die einzige demokratische Region, die im grossen Massstab Corona-Impfstoff exportierte. Bislang seien rund 350 Millionen Dosen ausgeführt worden, was in etwa der Hälfte der Gesamtproduktionsmenge entspreche, hiess es am Freitag. Zum Beispiel die USA behielten dort produzierten Impfstoff hingegen lange vorrangig selbst. So hatte US-Präsident Joe Biden noch Ende April gesagt, bevor die USA ein «Arsenal» für andere Länder würden, werde jeder Amerikaner Zugang zu vollständigem Impfschutz haben.

China weiterhin Partner der EU

Mit Blick auf die G7-Beratungen zum künftigen Umgang mit China betonten die Diplomaten nach dem Koordinierungstreffen, dass China aus EU-Sicht weiter gleichzeitig als Partner bei globalen Herausforderungen, als wirtschaftlicher Wettbewerber und als Systemrivale gesehen werde.

An dem EU-Koordinierungstreffen nahmen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Regierungschef Mario Draghi teil. Die EU-Spitze war durch Ratspräsident Charles Michel und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vertreten.

Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten tagen noch bis Sonntag in Cornwall. Zu der Gruppe gehören neben Deutschland die USA, Kanada, Japan, Grossbritannien, Frankreich und Italien. Die EU ist als Institution vertreten.

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