EU

    EU und Briten bereiten sich auf harten Brexit vor

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Grossbritannien,

    Das Vertrauen zwischen der EU und Grossbritannien schwindet laufend. Beide Seiten bereiten sich auf eine harten Brexit vor.

    Brexit
    Nach dem Brexit streiten sich Paris und London um Fischerei-Lizenzen in britischen Hoheitsgewässern. - DPA

    Das Wichtigste in Kürze

    • Sowohl die EU als auch Grossbritannien bereiten sich auf einen harten Brexit vor.
    • Johnson will sich mit einem neuen Gesetz über den Brexit-Vertrag hinwegsetzen.
    • Mit Japan hat sich London bereits über ein Handelsabkommen geeinigt.

    Angesichts der schweren Vertrauenskrise zwischen der EU und Grossbritannien stellen sich beide Seiten verstärkt auf einen harten Brexit ein. Ein Sprecher von Boris Johnson riet den Firmen am Freitag, sie sollten sich auf die Zeit nach dem Austritt vorbereiten. Unabhängig davon, ob ein Vertrag über die künftigen Beziehungen gelinge oder nicht.

    Auch EU-Chefunterhändler Michel Barnier hatte bereits ähnliches betont. Angesichts mangelnder Fortschritte bei den laufenden Verhandlungen, treibe die EU Planspiele für einen harten Brexit zum Jahresende voran.

    Johnson will sich über Brexit-Vertrag setzen

    Johnson hatte die EU mit einem geplanten Gesetz zum britischen Binnenhandel vor den Kopf gestossen. Damit will er sich in Teilen über den bereits ratifizierten Brexit-Vertrag hinwegsetzen.

    Boris Johnson
    Der britische Premierminister Boris Johnson. - dpa

    Die EU behält sich rechtliche Schritte vor, sollte das umstrittene Gesetz das Parlament in dieser Form passieren. Das ist aber längst nicht in trockenen Tüchern. Am Montag wird das Unterhaus darüber debattieren. Dabei haben Johnsons Konservative eine klare Mehrheit.

    Später muss allerdings auch das nicht von den Tories dominierte Oberhaus grünes Licht geben. Einige Lords äusserten bereits Kritik an der Vorlage.

    Übergangsphase noch bis Ende Jahr

    Das Königreich ist Ende Januar aus der EU ausgetreten. Bis Jahresende gilt aber noch eine Übergangsphase, in der die künftigen Beziehungen etwa im Bereich Handel geklärt werden sollen. Gelingt keine Einigung, droht ein ungeregelter EU-Austritt Grossbritanniens. Experten warnen in einem solchen Fall vor schweren wirtschaftlichen Folgen für beide Seiten.

    Abkommen mit Japan steht bereits

    London treibt unterdessen seine Planungen für die Zeit nach dem endgültigen Abschied von der EU voran: Grossbritannien einigte sich mit Japan auf ein Handelsabkommen. Dieses solle ab dem 1. Januar 2021 gelten, kündigte das Handelsministerium in London an.

    Ministerin
    Die britische Ministerin Truss und ihr japanischer Kollege Motegi - 10 Downing Street/AFP/Archiv

    Das Abkommen stelle sicher, dass 99 Prozent der britischen Exporte in die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt zollfrei seien. Die Einigung mit Japan wird als vergleichsweise einfache Übung für die britische Regierung angesehen. Sie stützt sich weitgehend auf das Abkommen zwischen der EU und Japan. Andere Handelsgespräche, insbesondere mit den USA, kommen deutlich langsamer voran.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    1 Interaktionen
    Berlin
    1 Interaktionen
    Berlin

    MEHR IN NEWS

    generation z
    3 Interaktionen
    Polizei im Einsatz
    Hacker
    Lausanne
    Bob Dylan Handyverbot
    46 Interaktionen
    Bob Dylan
    14 Interaktionen
    Bern

    MEHR EU

    Mark Carney
    44 Interaktionen
    Montreal
    Kanada EU
    11 Interaktionen
    Montreal/Brüssel
    23 Interaktionen
    Montreal/Brüssel
    Eufor Soldaten
    14 Interaktionen
    Rom/Sarajevo

    MEHR AUS GROSSBRITANNIEN

    19 Interaktionen
    London
    Sarah Ferguson
    87 Interaktionen
    Nach Epstein-Skandal
    Andrew und Epstein
    Auf Schloss Balmoral
    Russell Brand
    13 Interaktionen
    Vor Gericht