EU

    EU-Rechnungshof: Für Umweltschäden zahlen oft Steuerzahler

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Für die Wirtschaft wird die Umwelt zerstört, die Zeche zahlen die Bürgerinnen und Bürger - ein Klischee? Dass dies immer wieder tatsächlich passiert, zeigt ein Bericht des Europäischen Rechnungshofs.

    Ein Schrottplatz in Baden-Württemberg. Foto: Uwe Anspach/dpa
    Ein Schrottplatz in Baden-Württemberg. Foto: Uwe Anspach/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Steuerzahler müssen laut Europäischem Rechnungshof in vielen Fällen statt der eigentlichen Verursacher für Umweltverschmutzung aufkommen.

    Und das, obwohl in der EU eigentlich das sogenannte Verursacherprinzip gelte, kritisierten die Prüfer in einem am Montag veröffentlichten Bericht.

    Sprich, wer für einen Schaden verantwortlich sei, müsse für ihn aufkommen. «Bislang werden diese Kosten jedoch viel zu oft auf die europäischen Steuerzahler abgewälzt», so Viorel Stefan, das für den Bericht zuständige Mitglied des Europäischen Rechnungshofs.

    Als Beispiel wird unter anderem die Landwirtschaft genannt, da es bei solchen sogenannten diffusen Quellen besonders schwer sei, das Verursacherprinzip anzuwenden. Von diffusen Quellen spricht man, wenn kein konkreter Verursacher der Verschmutzung - also beispielsweise ein Betrieb - ermittelt werden kann oder wenn es zahlreiche kleine oder verteilte Quellen gibt, aus denen Schadstoffe freigesetzt werden.

    «In der EU ist die aus diffusen Quellen stammende landwirtschaftliche Verschmutzung durch Nitrat und Pestizide die Hauptursache dafür, dass das Grundwasser keinen guten chemischen Zustand erreicht», heisst es.

    Der Bericht konzentrierte sich vor allem auf die Bereiche Industrie, Abwasser, Abfall und Boden. Es wird geschätzt, dass sich die Schäden durch Kosten und entgangene Vorteile auf 55 Milliarden Euro pro Jahr summieren, weil Anforderungen des EU-Umweltrechts immer wieder nicht eingehalten werden. «Es gibt jedoch keine umfassende Bewertung der Gesamtkosten der Umweltverschmutzung für die Gesellschaft», so der Bericht.

    Im Bereich des Abwassers wird etwa kritisiert, dass kommerzielle Bereiche wie Land- und Forstwirtschaft für knapp 60 Prozent und die Energieversorgung für knapp 20 Prozent des Wasserverbrauchs verantwortlich seien. Dabei trügen private Haushalte in der EU gewöhnlich den grössten Teil der Kosten für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, obwohl sie nur zehn Prozent des Wassers verbrauchten.

    Bei der Bodenverschmutzung besteht laut Bericht ein erhöhtes Risiko, dass die Verursacher nicht mehr ermittelt werden können oder insolvent sind, weil die Verunreinigung vor längerer Zeit stattgefunden hat. Mehr als 42 Prozent der Sanierungsmassnahmen für verschmutzte Böden werden den Angaben zufolge aus öffentlichen Mitteln einschliesslich EU-Mitteln finanziert.

    Rund 60 Prozent der Oberflächengewässer, also etwa Flüsse und Seen, befinden sich keinem guten ökologischen Zustand, wie der Rechnungshof unter Berufung auf die Europäische Umweltagentur schreibt. Zudem sind demnach rund 2,8 Millionen Standorte vor allem durch Industrie und Abfallentsorgung potenziell verunreinigt. Die Luftverschmutzung sei das grösste umweltbedingte Gesundheitsrisiko.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    sdf
    64 Interaktionen
    Militär-KI
    wer
    48 Interaktionen
    «Dimi Swisspass-Team»

    MEHR IN NEWS

    chirurg
    Marbella
    China
    2 Interaktionen
    Peking
    Rüti bei Büren BE

    MEHR EU

    EU-Kommission
    9 Interaktionen
    Tallinn/Riga/Vilnius
    EU staatsanwaltschaft
    5 Interaktionen
    Luxemburg
    Ursula von der Leyen
    32 Interaktionen
    Brüssel

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Friedrich Merz
    19 Interaktionen
    Berlin
    Puma
    3 Interaktionen
    Oberding
    VW
    13 Interaktionen
    Laut Studie